Zeitungsverlage rüsten sich für Umsatz-Kannibalisierung der Rubrikenmärkte

Mittwoch, 05. April 2000

Die von Zeitungsverlagen gegründeten Online-Anzeigenplattformen ISM-AG und M5 werden nach ihrem Start im Sommer auch mit den Tageszeitungen konkurrieren. Trotzdem ist zweifelhaft, ob sich die millionenschweren Internetprojekte überhaupt refinanzieren lassen. Zwar behält sich ISM-AG an dem unter anderem Großverlage wie Axels Springer, Holtzbrinck und DuMont Schauberg beteiligt sind vor, für den Abruf der Inserate Gebühren zu erheben, doch Gründungsvorstand Hans-Jörg Schmidt rechnet höchstens langfristig mit dieser Option: "Im Augenblick sind die Nutzer nicht bereit, für die Informationen zu zahlen." Auch M5-Gründungsgeschäftsführer Detlef Haaks wappnet sich für Verluste: "Bei der verschärften Wettbewerbssituation im Internet und den günstigeren Produktionskosten werden wir im Internet weniger einnehmen, als wir bisher im Rubrikengeschäft erwirtschafteten." Haaks fürchtet, dass dieser Verdrängungsprozess vor allem die schwächeren Verlage unter Druck setzen wird: "Es könnte bei den Verlagen zu einer Konzentrationswelle wie in den 70er Jahren kommen." M5 will bis Jahresende 25 weiter mittelständische Verlage als Gesellschafter gewinnen. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe von Horizont (14/2000) am Donnerstag.
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