Zeitung zum Sonntag startet durch

Dienstag, 20. April 1999

Am kommenden Wochenende ist es soweit: In Karlsruhe und Heilbronn erscheinen erstmals die lokalen Ableger der kostenlosen Freiburger "Zeitung zum Sonntag" ("ZuS"). Die verteilte Auflage in Karlsruhe beträgt 150.000, in Heilbronn 100.000 Exemplare. Im März 1998 hatte sich der Hamburger Medienriese G+J mit 50 Prozent an dem Gratis-Zeitungsprojekt des Freiburger Verlegers Michael Zäh beteiligt und die Ausdehnung des Konzeptes angekündigt. Seitdem war monatelang über mögliche Erscheinungsorte spekuliert worden. Die "ZuS" trifft in Karlsruhe auf Verlage, die versucht haben, den Markt bereits zu besetzen. Seit Sommer vergangenen Jahres flattern den Karlsruhern "Boulevard Baden" (Auflage 200.000 Exemplare) aus dem Telefonbuchverlag Rudolf Röser und "Der Sonntag" aus dem Zeitungsverlag BNN (150.000 Exemplare) in die Briefkästen. In Heilbronn verbreitet die Delta Medien-Service GmbH, eine Tochter der "Heilbronner Stimme", seit September das "Echo am Sonntag" mit einer Auflage von 215.600 Exemplaren. Frank Willers, Leiter der G+J Anzeigenzeitungsgruppe, rechnet damit, daß das Mutterblatt in Freiburg Ende 2000 den Break-even erreicht, die Ausgaben in Karlsruhe und Heilbronn sollen in drei Jahren schwarze Zahlen schreiben. Während in Freiburg die Anzeigen-Umsätze bei 6 Millionen Mark liegen, erwartet Willers bei der Karlsruher Ausgabe Werbeeinnahmen zwischen 4 und 5 Millionen Mark. Dem gegenüber stehen nach seiner Darstellung in Karlsruhe Anlaufinvestitionen von 2,5 bis 3 Millionen Mark, in Heilbronn von etwa 2 Millionen. Karlsruhe und Heilbronn sind erst der Anfang der Expansionspläne. Im Herbst sollen zwei weitere - nicht genannte - Standorte folgen.
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