Zeitschriftenverleger-Kongreß FIPP: Plädoyers für die Werbefreiheit

Mittwoch, 26. Mai 1999

Mit einem klaren Bekenntnis zur universellen Geltung der Pressefreiheit ist in Hamburg der 32. Weltkongreß der Zeitschriftenverleger (FIPP) eröffnet worden. Vor rund 750 Teilnehmern aus 34 Ländern forderte VDZ-Präsident Dr. Hubert Burda die Regierungen und die Weltbevölkerung dazu auf, "die Pressefreiheit zu unterstützen und zu schützen, wann immer sie in Gefahr ist." Burda betonte, daß nur so der wirtschaftliche und soziale Fortschritt in einer demokratischen Welt sichergestellt werden kann. In einer "Hamburger Deklaration" formulierten die Zeitschriftenverleger mit Blick auf das Tabak- und mögliche weitere Werbeverbote aus Brüssel ihre zentralen Forderungen zur Verwirklichung einer globalen Presse- und Werbefreiheit. Tenor: "Die Presse- und Werbefreiheit muß als unantastbares Recht gelten." Gegen Marktschranken und -verzerrungen wehrte sich August A. Fischer, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer Verlag AG. Er prangerte vor allem die Überregulierung durch die deutschen und die europäischen Medien- und Wettbewerbshüter an. Seine Kernforderungen: Eine deutliche Reduktion der regulierenden Gremien sowie der Vorschriften im Medienbereich. Darüber hinaus müsse die Sonderrolle öffentlich-rechtlicher Medien neu definiert werden. Fischer: "Wenn nicht bald angemessene liberale Rahmenbedingungen geschaffen werden, dann wird Europa Spielplatz für die weltweiten Mitspieler, die das Spielfeld unter sich aufteilen." Mit einem 5-Punkte-Programm stimmte Kevin Roberts, Chief Executive Officer von Saatchi & Saatchi Worldwide, die Verleger auf die künftigen Anforderungen im zunehmenden intermedialen Wettbewerb ein. Wichtigste Botschaft: Context statt Content schaffen. FIPP-Präsident Axel Ganz unterstrich: "Inhalte allein genügen nicht mehr, es müssen mehr Emotionen geweckt werden zwischen den Marken und den Verbrauchern." Getreu dem Kongreß-Motto "Readers are Leaders - The power of magazines" unterstrich Gerd Schulte-Hillen die ungebrochenen Stärken der Printmedien. "Sie stellen nach wie vor den Königsweg zum Wissen dar", erklärte der Gruner +Jahr-Vorstandsvorsitzende. Ihre wichtigsten Stärken seien Benutzerfreundlichkeit, Glaubwürdigkeit und Emotionalität. Der FIPP-Kongreß, der in diesem Jahr zum ersten Mal in Deutschland veranstaltet wird, findet heute und morgen im Hamburger Kongreßzentrum CCH statt.
Meist gelesen
stats