Zeitschriftenverlage sehen keinen Grund für Rezessionsgejammer

Mittwoch, 14. November 2001

Nach dem Boomjahr 2000 hat sich der Werbemarkt in diesem Jahr wieder normalisiert, konstatiert der Verband der Zeitschriftenverleger (VDZ), auf der diesjährigen Generalversammlung in Berlin. Nach den ersten 10 Monaten liegt das Bruttowerbevolumen in der gesamten Medienbranche bei 28,7 Milliarden Mark und damit 5,4 Prozent unter dem Niveau des Ausnahmejahres 2000.

Karl Dietrich Seikel, Vorstands-Chef der Publikumszeitschriften, sieht allerdings "keinen Grund, in das zunehmende Rezessionsgerede einzufallen". Er verwies darauf, dass schlechte Zeiten für das Anzeigengeschäft gute Zeiten für die Journalisten seien. Das belegten steigende Auflagen. Eine stärkere Nachfrage nach politischen Inhalten bestätigt auch VDZ-Präsident Hubert Burda. VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner weist darauf hin, dass jedes Jahr 400 neue Zeitschriftentitel erscheinen. Es gebe keine Indizien dafür, dass die Zahl der Neuerscheinungen nachlasse. "Aber der Markt ist auf hohem Niveau gesättigt." Daher würden neue Titel tendenziell zur Verdrängung führen.

Hinsichtlich einer Prognose für die nächsten Jahre sind sich die Zeitschriftenverleger einig: "Mit Sicherheit kann man nur sagen, dass man mit Sicherheit keine Prognosen abgeben kann", so Seikel. Mit einem Aufschwung sei frühestens Ende nächsten Jahres zu rechnen.
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