Zeitschriftenverlage demonstrieren auf dem Medienkongress Einigkeit

Mittwoch, 18. Januar 2012
Springer-Marketer Peter Würtenberger
Springer-Marketer Peter Würtenberger

Ist Print zu selbstverliebt? Mit provokanten Thesen eröffnete Jürgen Lindner, Managing Director von Aegis Media Central Europe, die Podiumsdiskussion Zukunft Print auf dem Deutschen Medienkongress 2012 von HORIZONT und The Conference Group. Der Media-Manager sprach offen die wunden Punkte bei der Vermarktung von Zeitschriften an: "Print braucht ein Gattungsmarketing, das seinen Namen auch verdient. Außerdem stechen sich die Verlage noch zu oft gegenseitig die Augen aus", mahnte Lindner. Die anwesenden Verlagsmanager demonstrierten bei aller Konkurrenz allerdings Einigkeit.

Zumindest was die Werbung in eigener Sache angeht, zeigten sich die Branchenvertreter auf dem Panel aber durchaus einsichtig: "Das Gattungsmarketing war in der Vergangenheit zu schlecht", räumte zum Beispiel Peter Würtenberger, Chief Marketing Officer von Axel Springer ein. Daher wollen die Verlage in strategisch wichtigen Fragen wie dem Gattungsmarketing oder der Wirkungsforschung künftig enger zusammenarbeiten. "Wir haben uns hier in der Vergangenheit oft keinen Gefallen getan. Wir müssen als Gattung viel selbstbewusster auftreten", betonte Andreas Schilling, Geschäftsführer Burda Community Network. Die Verlage hätten hier gegenüber Agenturen und Kunden häufig noch ein Vermittlungsproblem.

Abgesehen vom Gattungsmarketing oder dem neuen Werbewirkungs-Forschungsprojektes Ad Impact Monitor (AIM) sehen die Verlage für mögliche Kooperationen aber enge Grenzen: „Fusionen wären schon wettbewerbsrechtlich schwierig", gab Springer-Manager Würtenberger zu bedenken. „Wir sind Wettbewerber und sollten das auch bleiben", betonte auch Moritz von Laffert, Geschäftsführer und Herausgeber von Condé Nast Deutschland.

„Für uns ist es entscheidend, unsere Identität zu wahren", zog MVG-Geschäftsführerin Waltraut von Mengden eine klare Grenzlinie. Gerade im Bereich FMCG könnten strategische Partnerschaften aus ihrer Sicht aber durchaus sinnvoll sein. „Wir
sollten das eine tun ohne das andere zu lassen", sagte Bauer-Media-Geschäftsleiter Andreas Fuhlisch. „Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist da", betonte Burda-Manager Schilling. Die Augen werde man sich indes sicher nicht gegenseitig ausstechen, betonte von Laffert: „Das wäre ja auch unhöflich." dh
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