Zeitschriftenverlage: Etabliertes Geschäftsmodell steht nicht in Frage

Mittwoch, 13. Oktober 2010
Alexander von Reibnitz, VDZ: Noch hat das iPad zu geringe Reichweite
Alexander von Reibnitz, VDZ: Noch hat das iPad zu geringe Reichweite

Verlage wollen auch in Zukunft auf ihre Kernkompetenz, die journalistische Qualität setzen. Das ist ein Ergebnis der Studie "Neue publizistische Geschäftsfelder für Verlage", die der VDZ und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Rahmen der Medientage München vorstellten. Das auf bezahlten Inhalten und Anzeigenverkauf etablierte Geschäftsmodell stellen die Verlage demzufolge nicht in Frage. Dabei gehen sie zwar davon aus, dass das digitale Geschäft wichtiger Wachstums- und Umsatztreiber ist, rund 80 Prozent des Umsatzanteils erwarten sie jedoch nach wie vor aus dem klassischen Anzeigen und Vertriebsgeschäft. Als größte Konkurrenz im Online-Geschäft erwarten 69 Prozent der befragten Verlagsentscheider andere Verlage, wohingegen der Softwareriese Apple nur von 31 Prozent als Wettbewerber eingeschätzt wird. 69 Prozent sehen in dem Konzern vielmehr einen Kooperationspartner. Das mag allerdings der enormen Marktmacht von Apple und den fehlenden Wettbewerbern geschuldet sein

Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Digitalen Medien & Neue Geschäftsfelder des VDZ, betont: „Noch hat das iPad auch eine zu geringe Reichweite, um für das Anzeigengeschäft relevant zu sein. Sobald ein bis zwei Millionen Tablets im Markt sind, wird sich das ändern.“ Bis dahin wollen die Verlage aus seiner Sicht eigene Vorbereitungen für das Tablet-Geschäft vorbereiten.

Die relativ konservative Einschätzung der Verlage, die aus der Studie hervorgeht, führt Markus Kreher, Partner der KPMG, darauf zurück, dass die Verlage das digitale Geschäft noch immer häufig als „große Gefahr“ empfinden und lieber auf die lang bewährte Marke setzen. „Sie müssen aber zukünftig in die Situation kommen, selbst Innovationen zu betreiben“, so Kreher

Die Umfrage führten der VDZ und KPMG im Mai und Juni dieses Jahres unter 71 Vorständen und Geschäftsführern von Zeitschriftenverlagen durch. Das repräsentiert umsatzgewichtet mehr als zwei Drittel der Branche. son
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