Zeitschriftenerlöse steigen wieder / Online und Mobile wachsen

Dienstag, 02. November 2010
Wolfgang Fürstner kann positive Zahlen vermelden
Wolfgang Fürstner kann positive Zahlen vermelden

Leichtes Aufatmen im herbstlichen Blätterwald: Die deutschen Zeitschriftenverlage rechnen in diesem Jahr mit einem leichten Wachstum ihres Inlandsumsatzes von rund 1 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro und erwarten für 2011 ein weiteres Plus-Prozent auf 7 Milliarden Euro. Damit ist die Branche allerdings noch weit entfernt vom Niveau des Jahres 2008 mit rund 7,6 Milliarden Euro Umsatz. Diese Ergebnisse der Herbstumfrage des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) stellte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Fürstner heute auf der VDZ-Jahrespressekonferenz in Berlin vor. Danach haben die Fachzeitschriften mit 1160 IVW-gemeldeten Titeln am Gesamtumsatz einen Anteil von etwas über 3 Milliarden Euro; damit ist die Fachpresse wieder auf Wachstumskurs. Bei der konfessionellen Presse bleibt der Gesamtumsatz von knapp 100 Millionen Euro von 40 Verlagen mit 50 Titeln auf Vorjahrsniveau. Bei den Publikumszeitschriften (Gesamtumsatz: rund 3,8 Milliarden Euro) gibt es insgesamt 870 IVW-gemeldete Titel; 129 wurden im Laufe des Jahres eingeführt und 120 eingestellt. Die Auflage der Publikumszeitschriften wird 2010 geringfügig um 0,9 Prozent auf knapp 114 Millionen sinken, so der VDZ. Der Markt wird also noch kleinteiliger.

Derweil zieht das Anzeigengeschäft bekanntlich allmählich an: Von Januar bis September dieses Jahres stiegen die Bruttowerbeumsätze für die Publikumszeitschriften um 4,1 Prozent übers Vorjahr, für die Fachzeitschriften lag das Plus bei 1,3 Prozent. Derzeit tragen Anzeigen und Vertrieb mit gleichen Anteilen von jeweils 35 Prozent zum Umsatz bei. Laut VDZ-Umfrage erwarten die Verlage aber, dass beide Geschäftsteile in Summe im Jahr 2013 nur noch knapp 64 Prozent ausmachen, wobei die Vertriebserlöse mit dann nur noch 31,2 Prozent deutlicher sinken (Anzeigen: 32,5 Prozent).

Relativ stark - wenn auch auf extrem niedrigem Niveau - werden die mobilen Dienste wachsen: von bislang 0,6 auf 2,6 Prozent Umsatzanteil in 2013. Das online- und internetbasierte Geschäft, das heute schon 8 Prozent am Umsatz ausmacht, wird sogar auf einen Anteil von über 11 Prozent ansteigen, so die Prognose. rp
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