Zeitschriften: Anzeigenpreise steigen 2007 um 2,4 Prozent / Saisonale Preise kommen

Freitag, 01. September 2006

Jetzt ist es raus: Im kommenden Jahr differenzieren alle großen Zeitschriftenverlage für die meisten ihrer wichtigen Titel die Anzeigenpreise saisonal. Axel Springer ist mit "Bild der Frau", "Hörzu" und "TV Digital" dabei, Bauer mit allen großen wöchentlichen und 14-täglichen Titeln, Gruner + Jahr mit allen wichtigen - auch den monatlichen - Titeln inklusive "Auto Motor und Sport" von der Motor Presse Stuttgart, Burda mit "Bunte", "Focus", "Freundin", "TV Spielfilm" und "Super Illu" sowie der Spiegel-Verlag mit "Spiegel" und "Manager Magazin".

Weiterhin ganzjährig gültige Anzeigenpreise bieten dagegen Condé Nast ("Glamour", "Myself", "Vogue"), Gong-Verlag ("Gong"/"Bild + Funk"), Jahreszeiten Verlag ("Petra", "Für Sie"), Klambt ("In", "Frau mit Herz"), MVG ("Cosmopolitan", "Joy") sowie "Wirtschaftswoche" und "Zeit".

Auch bei Axel Springer ("Bild am Sonntag", "Sport Bild", "Jolie") und Burda ("Elle", "Fit for Fun", "Instyle", "Playboy") preist im kommenden Jahr nicht jeder Titel saisonal. Insgesamt weisen 157 der fast 700 Publikumszeitschriften im kommenden Jahr nach Monaten oder Preiszonen differenzierte Anzeigenpreise aus.

Das Thema Saisonpreise, das G+J-Anzeigenchef Stan Sugarman im Februar in einem HORIZONT-Interview angestoßen hatte, sorgte in den vergangenen Wochen und Monaten für heftige Diskussionen zwischen Verlagen, Agenturen und Werbungtreibenden. Letztere befürchteten versteckte Preiserhöhungen ohne entsprechende Leistungsnachweise. Ziel der Saisonpreise ist es, durch Preisabschläge in nachfrageschwachen Monaten und Aufschläge in nachfragestarken Zeiten die Hefte besser auszulasten und die Erlöse zu optimieren. Im TV etwa sind ähnliche Modelle längst gang und gäbe.

Insgesamt steigen die Anzeigenpreise im kommenden Jahr um durchschnittlich 2,37 Prozent (Basis: ganzseitige Vierfarbanzeige). "Die Preise bleiben inflationsbereinigt auf dem Niveau des Vorjahres", so der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). "Preisstabilität ist angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten in Deutschland für die werbungtreibende Wirtschaft das richtige Signal für die Planung ihrer Mediabudgets", so Holger Busch, Geschäftsführer Anzeigen Marketing im VDZ. Bei 283 von 669 erfassten Titel bleiben die Preise für vierfarbige Anzeigen gegenüber dem Vorjahr unverändert oder wurden reduziert. rp

Chart: Zeitschriften-Anzeigenpreise 2007 (Auswahl)
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