"Zeit" startet Stellenmarkt-Offensive

Donnerstag, 26. August 2010
Zeit-Gesamtanzeigenleiter Matthias Weidling
Zeit-Gesamtanzeigenleiter Matthias Weidling

Der Zeit-Verlag geht ab September mit Berufsthemen in die Offensive - redaktionell, aber vor allem bei der Vermarktung in Print und Web. Ziel ist es, die Umsätze mit Stellenanzeigen im kommenden Jahr um 5 bis 10 Prozent zu steigern. Und das auf bereits ziemlich hoher Basis: Schon jetzt erzielt die "Zeit" etwa ein Drittel ihrer Nettoanzeigenerlöse, die 2009 nach HORIZONT-Schätzung rund 45 Millionen Euro betragen haben, aus dem Stellenmarkt. So wird das 1998 für Hochschul- und Jobeinstiegsthemen geschaffene "Chancen"-Ressort um eine auf nun vier Seiten erweitert - mit der neuen wöchentlichen "Berufe"-Seite. Hier will Ressortleiter Thomas Kerstan Unterhaltungs- und Servicethemen für bereits im Berufsleben stehende Leser bringen, etwa zu Gehaltsfragen, zum Umgang mit Kollegen und zum Bereich Weiterbildung.

Diese konzeptionelle Erweiterung soll neue Leser ansprechen und ein besseres Umfeld schaffen für neue Stellenanzeigen-Sonderformate, zum Beispiel Anzeigen zum Heraustrennen und diverse, teils mit den Kunden zu entwickelnde Advertorials. Außerdem ordnet die "Zeit" ihren Stellenmarkt künftig mit einem eigenen Inhaltsverzeichnis nach Branchen, und auch Leser können sich - kostenlos - in einem neuen Anzeigenformat präsentieren. Damit will Gesamtanzeigenleiter Matthias Weidling die Leser-Blatt-Bindung stärken.

Auch der Online-Stellenmarkt wird aufgemöbelt, mit einem übersichtlicheren Einstieg, schnellerer Navigation und Landing-Pages mit Kurzprofil der Unternehmen als neues Werbeformat (Agentur: Xalmiento, Hamburg). Und Jobanzeigen aus dem Bereich Öffentlicher Dienst/Kliniken, der ein Drittel der „Zeit"-Stellenerlöse ausmacht, sind künftig auch fürs Web alleine buchbar; bisher gab es Online nur für eine - teurere - Printanzeige on top.

Für den Bereich Lehre und Forschung - hier generiert die "Zeit" als Quasi-Monopolist zwei Drittel ihrer Stellenerlöse - gibt es diese Preisdifferenzierung bereits seit Oktober 2009. "Verändertes Nutzerverhalten und knappe Budgets drängen auch Unis und öffentliche Arbeitgeber zur Online-Stellensuche", begründet Weidling die neuen Werbeangebote. Bis 2013 will er den derzeit minimalen Online-Anteil seiner Stellenerlöse auf ein Fünftel steigern. rp
Meist gelesen
stats