Zeit-Verlag: Printerlöse lassen Online alt aussehen

Dienstag, 05. Februar 2008
Will bei Zeit Online nachbessern: Geschäftsführer Rainer Esser
Will bei Zeit Online nachbessern: Geschäftsführer Rainer Esser

Weniger Nebengeschäfte, mehr Werbeerlöse – auf diesen Nenner lässt sich das abgelaufene Geschäftsjahr bei der „Zeit“ bringen. Der Hamburger Verlag konnte 2007 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent auf 115 Millionen Euro steigern. Dabei stieg der Umsatz der Wochenzeitung um 9,5 Prozent auf 101 Millionen Euro, die Erlöse der neuen Geschäftsfelder (Buch- und DVD-Editionen, „Zeit“-Magazine, Zeit Online, Shop und Reisen) gingen um fast ein Fünftel auf nunmehr knapp 14 Millionen Euro zurück. Damit beträgt der Anteil der Nebengeschäfte am Verlagsumsatz nur noch rund 12 Prozent – vor wenigen Jahren war es noch ein Fünftel.

Rainer Esser: Die Ära der Blockbuster ist vorerst vorbei“
Grund für den Rückgang: Das Potenzial der hochauflagigen und -preisigen Lexikoneditionen scheint ausgereizt. 2005 konnten die Hamburger noch 110.000 Serien des 20-bändigen „Zeit“-Lexikons verkaufen, die folgenden Geschichts- (75.000) und Klassikeditionen (40.000) kamen auf weit geringere Auflagen. „Die Ära der Blockbuster ist vorerst vorbei“, sagt „Zeit“-Geschäftsführer Rainer Esser.

Künftig will er vorrangig kleinere Editionen herausgeben. Umso größere Freude macht ihm das klassische Anzeigengeschäft: Hier stiegen die Nettoumsätze des Wochentitels um 16,5 Prozent auf 47,2 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn des Verlags stieg um 9,1 Prozent auf 10,3 Millionen Euro. Darin ist Zeit Online, das bei einem Umsatz von 3,5 Millionen Euro (2006: 2,6) nach wie vor einen Millionverlust macht, bereits konsolidiert. „Bei Zeit Online können wir noch vieles verbessern“, sagt Esser mit Blick auf Bilanz und Reichweite. Auch Community-Projekte und Web-TV stünden in diesem Jahr auf der Agenda.
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