"Zeit"-Redakteurin Cathrin Gilbert: "Wollen Fußball in seiner gesamten Bandbreite abdecken"

Mittwoch, 10. April 2013
Cathrin Gilbert verantwortet die Fußball-Seite der "Zeit" (Bild: Die Zeit)
Cathrin Gilbert verantwortet die Fußball-Seite der "Zeit" (Bild: Die Zeit)

Mit der am 11. April erscheinenden Ausgabe will die "Zeit" Fans des runden Leders eine neue Pflichtlektüre an die Hand geben: Dann nämlich erscheint die Wochenzeitung erstmals mit ihrer neuen Fußballseite. Unter der Leitung von Cathrin Gilbert soll dort jede Woche über nationalen und internationalen Spitzenfußball berichtet werden. Die 28-Jährige Sportexpertin kam vom "Spiegel", wo sie zuletzt als Redakteurin tätig war. Gegenüber HORIZONT.NET erläuterte Gilbert die Ausrichtung und die Ziele der Seite und ob es einen weiblichen Blick auf den Fußball gibt. Mit der Fußball-Seite stärkt die "Zeit" ihre Sportberichterstattung. Mit welcher Taktik gehen Sie ins Spiel? Wir wollen den Fußball in seiner gesamten Bandbreite abdecken und dabei den Schwerpunkt auf den Profifußball, die Bundesliga, europäische Vereinswettbewerbe und die Nationalmannschaft legen.

Hat sich die "Zeit" bisher zu wenig um Fußball gekümmert? Nein. Fußball-Berichterstattung fand in der Zeit schon immer, besonders zu großen Turnieren, statt, es gab nur keinen festen Platz dafür. Auf der neuen Seite wollen wir unseren Lesern gebündelt die Fußball-Geschichten präsentieren, die bislang im Blatt verstreut waren. Andere Ressorts, wie das Dossier oder das Zeit-Magazin werden sich auch künftig auf ihre Weise des Themas annehmen.

Welche Leser sprechen Sie an? Wir gehen davon aus, und haben es auch in der Marktforschung getestet, dass eine große Mehrheit unserer Stammleser die Einführung der Seite begrüßen wird. Wir hoffen darüber hinaus auch auf neue, besonders auf junge Leser.

Wie werden Sie die Seite füllen? Auf der Seite wird es voraussichtlich ein großes Stück - in der Regel Interview, Porträt, Reportage oder eine Taktikanalyse - und eine Kolumne geben.

Wie sieht Ihr Team aus? Die Seite ist unmittelbar bei der Chefredaktion angebunden. Schon jetzt bereiten viele bekannte Autoren aus verschiedenen Ressorts begeistert erste Geschichten vor.

Frauen sind in Sportredaktionen doch eher unterrepräsentiert. Gibt es einen weiblichen Blick auf das Thema Fußball? Ich bin kein großer Fan davon, zwischen weiblicher und männlicher Herangehensweise an den Fußball zu unterscheiden. Männer und Frauen müssen gleichermaßen professionell arbeiten, sodass der Leser in der Berichterstattung am Ende keinen Unterschied merkt. Für mich persönlich kann ich sagen, dass mich die Menschen interessieren. Ich versuche, den Erfolg einer Person über ihren Charakter zu interpretieren. Ob das nun weiblich ist, darf jeder selbst entscheiden. Interview: Ingo Rentz
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