Zeit Online verliert Chefredakteur Wolfgang Blau an den "Guardian"

Dienstag, 16. Oktober 2012
Wolfgang Blau verlässt Zeit Online
Wolfgang Blau verlässt Zeit Online

Wolfgang Blau zieht es nach Großbritannien. Der Chefredakteur von Zeit Online heuert im Frühjahr 2013 beim britischen Traditionsblatt „Guardian“ an. Als Director of Digital Strategy wird der 44-Jährige künftig auch im Executive Committee der Guardian News & Media Gruppe sitzen, die neben dem "Guardian" auch den "Observer" herausgibt. Mit Wolfgang Blau verliert die "Zeit" einen anerkannten Online-Strategen. Seit er die Redaktion von Zeit Online im März 2008 übernahm, habe sich die Zahl der Unique Visits pro Monat fast vervierfacht, teilt der Verlag mit. Im aktuellen Angebotsranking der Agof für den Monat Juli 2012 belegt Zeit Online mit 4,24 Millionen Unique Usern Rang 44. Zudem hat Zeit Online in den vergangenen Jahren eine Reihe von Preisen gewonnen, darunter den Grimme Online Award, zwei Lead Awards in Gold und den amerikanischen Online Journalism Award. Auch in Sachen Verjüngung hat Blau, der 2011 vom "Medium Magazin" zum Chefredakteur des Jahres gewählt wurde, gute Arbeit geleistet. Laut Verlagsangaben sind inzwischen mehr als 40 Prozent der Leser des Online-Magazins jünger als 29 Jahre.

Bei seinem neuen Arbeitgeber spielt Blau künftig allerdings in einer ganz anderen Liga - zumindest was die Reichweite angeht. Der "Guardian" betreibt nach eigenen Angaben eine der meistbesuchten Nachrichten-Websites der Welt und erreicht jeden Monat über 30 Millionen Leser.

„Dass Wolfgang Blau uns im kommenden Jahr verlässt, bedauere ich außerordentlich. Er hat Zeit Online in den letzten viereinhalb Jahren zu einer der besten und erfolgreichsten Online-Redaktionen Deutschlands entwickelt, die heute auch international hohes Renommee besitzt", sagt Rainer Esser, Geschäftsführer ZEIT Gruppe. Auch Blau scheint der Abschied nicht ganz leicht zu fallen. Der Gedanke, Zeit Online im Frühjahr zu verlassen, sei für ihn "von Wehmut begleitet", sagt Blau. Wer in seine Fußstapfen tritt, steht noch nicht fest. Laut einer Sprecherin ist die Suche nach einem Nachfolger bereits angelaufen. mas
Meist gelesen
stats