"Zeit"-Herausgeber Naumann beerbt Weimer bei "Cicero"

Freitag, 11. Dezember 2009
Michael Naumann übernimmt bei "Cicero"
Michael Naumann übernimmt bei "Cicero"

Eine weitere Top-Personalie entscheidet sich noch vor Jahresende: Michael Naumann, derzeit einer der Herausgeber der "Zeit", wird Chefredakteur von "Cicero", der Zeitschrift für politische Kultur in Deutschland aus dem Schweizer Ringier-Verlag. Naumann  tritt seine Stelle bei "Cicero" am 1. Februar 2010 an. Interimsmäßig sollte Markus Hurek, bislang stellvertretender Chefredakteur des 2004 gegründeten Magazins, den Posten ab 1. Januar 2010 übernehmen. Sein Gastspiel als Vollzeit-Chefredakteur ist damit nur von kurzer Dauer.

Weimer, der "Cicero" aufgebaut hat, wechselt nun wohl schon zu Jahresbeginn zu Burda nach München und soll im Oktober Helmut Markwort als Chefredakteur von "Focus" ablösen. Gemeinsam mit dem seit 2004 neben Markwort amtierenden Chefredakteur Uli Baur soll er das Nachrichtenmagazin, dessen Auflagen seit Jahren im Sinkflug sind, wieder auf Kurs bringen.

Naumann war seit Anfang 2001 Chefredakteur der reonmmierten Wochenzeitung "Die Zeit", seit 2004 Herausgeber. Als Gründungsredakteur des "Zeit Magazins" und später als Herausgeber von "Der Monat" und "Kursbuch" hat er Erfahrungen in der Magazinproduktion. Zwischen 1998 und Ende 2000 war Naumann Staatsminister für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt. Naumann setzt bei "Cicero" auf eine sanfte Weiterentwicklung: "Cicero ist eine anspruchsvolle, ernst zu nehmende und erfolgreiche Zeitschrift, die von mir nicht neu erfunden werden muss." Die Zeitschrift hat im 3. Quartal 2009 rund 81.000 Stück verkauft, circa 4 prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ganz anders sieht die Aufgabe auf die Weimer beim "Focus" erwartet. Auf zuletzt gerade mal 614.033 verkaufte Exemplare kam das Magazin im letzten Quartal, rund 170.000 weniger als im 3. Quartal 2008. Obwohl Weimers Vertrag bei Burda erst am 1. September beginnt und er Markwort erst zum 1. Oktober 2010 ablösen soll, kommt er wohl doch schon zu Jahresbeginn nach München und dürfte damit bereits beim geplanten Relaunch ordentlich Hand anlegen. Wie gut der konservative Journalist bis zur Stabsübergabe im Herbst mit dem "Focus"-Gründer Markwort zurecht kommt, wird sich dann zeigen.  pap
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