Zeit-Geschäftsführer Esser: "Google ist nicht böse"

Donnerstag, 20. Oktober 2011
Rainer Esser sieht den Herausforderungen des Internets entspannt entgegen
Rainer Esser sieht den Herausforderungen des Internets entspannt entgegen


Rainer Esser, Geschäftsführer des Zeit Verlags, sieht die Situation der Printbranche im Internet "entspannt". Es sei zwar richtig, dass die Verlage bislang ihre Inhalte kostenlos ins Internet gestellt hätten und sich so eine Erlösquelle verbaut hätten. "Dieses Problem erledigt sich allerdings, weil auf iPad und iPhone für Inhalte gezahlt wird", so Esser. "Und bald werden wir alle iPad und iPhone haben."
Auch für die großen Internetkonzerne aus den USA spricht sich Esser aus: "Google ist nicht böse, sondern ein tolles Geschäftsmodell, das auch einen wichtigen Mehrwert für die Verlage liefert", so Esser, schließlich komme ein großer Teil des Traffics über die Suchmaschine.

Das "Ausspähen des Nutzers", das beiden Unternehmen oft vorgeworfen wird, findet Esser "nicht so verwerflich", schließlich hätten auch Kreditkartenanbieter eine Vielzahl an Daten über ihre Kunden. "Ich glaube, dieser Drang, sich stärker mitzuteilen, ist Zeichen unserer Gesellschaft", so Esser, Facebook sei dafür nicht verantwortlich.

Zudem sei es vor allem der Jugend egal, was mit ihren Daten geschehe, glaubt der Zeit-Geschäftsführer. Seine Tochter sei aufgeklärt darüber, wer die Dinge sehen kann, die sie auf ihrem Facebook-Profil postet. "Trotzdem sind die einzigen, die nicht sehen dürfen, was sie auf Facebook macht, meine Frau und ich", so Esser. Er plädiert daher für mehr Aufklärung und Transparenz statt Restriktionen - und für ein Schulfach, dass die Chancen und Gefahren des Internets erklärt. sw
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