ZMG: "Wende im Anzeigenmarkt steht noch aus"

Mittwoch, 18. August 2010
ZMG-Chef Markus Ruppe: Licht am Tunnelende ist nicht der entgegenkommende Zug
ZMG-Chef Markus Ruppe: Licht am Tunnelende ist nicht der entgegenkommende Zug

Werbung in Tageszeitungen ist weiter rückläufig. Laut Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG) haben lokale und regionale Abozeitungen im 1. Halbjahr 2010 um 7,3 Prozent an Anzeigenumfang gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebüßt. Überregionale Tageszeitungen waren noch stärker betroffen: Hier sanken die Anzeigenumfänge um 10,6 Prozent. Bei den Prospektbeilagen schrumpften die Umfänge um 6,2 Prozent. Betrachtet man die Anzeigen-Umfangsentwicklung nach Auflagenklassen, so zeigt sich folgendes Bild: Am stärksten waren die Rückgänge bei Titeln mit einer Auflage mit bis zu 25.000 Exemplaren (minus 8,5 Prozent), am wenigsten schrumpften Tageszeitungen mit einer Auflage bis 50.000 Exemplare (minus 3,9 Prozent).

Ein Vergleich nach Anzeigenmärkten zeigt, dass bis auf die Stellenanzeigen (plus 1,8 Prozent) in allen Bereichen weniger geschaltet wurde. Am stärksten betroffen sind Immobilienmarkt (minus 18,9 Prozent), Reisemarkt (minus 12,9) und KfZ-Markt (minus 11). Etwas schwächer fällt das Minus bei Veranstaltungen (minus 2,8) und Familie (minus 3) aus.

Wer hat weniger geworben als im Vorjahr? Kumuliert lag der Umfang der Geschäftsanzeigen von Januar bis Juni 2010 6,9 Prozent unter den Vorjahresmonaten. Weniger geworben haben vor allem KfZ-Hersteller (minus 15,1 Prozent), der Handel (minus 14,3 Prozent) und Markenartikler (minus 11 Prozent). Lokale Geschäftsanzeigen stagnierten bei plus 0,5 Prozent.

"Der Stellenmarkt ist wieder positiv, der lokale Handel auf Vorjahresniveau. Die große Wende steht noch aus. Die Zeitungen fahren zwar  noch im Tunnel, aber sie sehen Licht am Ende des Tunnels und es ist nicht der entgegenkommende Zug", so ZMG-Geschäftsführer Markus Ruppe. se
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