ZDF will auf gefährliche Wetten verzichten

Mittwoch, 26. Januar 2011
"Wetten, dass...?" verzichtet in Zukunft auf gefährliche Wetten
"Wetten, dass...?" verzichtet in Zukunft auf gefährliche Wetten

Das ZDF zieht Konsequenzen aus dem Wettunfall in der Dezemberausgabe von "Wetten, dass ...?". In Zukunft werde es ein strengeres Auswahlverfahren für eingereichte Wetten geben. Bei sportiven und akrobatischen Ideen, die mit einem höheren Unfallrisiko verbunden sind, zieht der Sender nun neben einem hauseigenen Sicherheitsingenieure auch externe Experten zur Beurteilung hinzu. "Wir haben ein detailliertes und entsprechend dokumentiertes Prüfungsverfahren zur Risikoeinschätzung eingeführt, das künftig der Auswahl und Zulassung von Wettvorschlägen vorangestellt wird", erklärt ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut. Rückblick: Der "Wetten, dass...?"-Kandidat Samuel Koch verunglückte im Dezember während einer Wette und musste daraufhin notoperiert werden. Der Student lag mehrere Tage im Koma und muss mit dauerhaften körperlichen Beeinträchtigungen rechnen. Sein Unfall trat eine regelrechte Lawine an Vorwürfen gegen das ZDF los. Der Sender habe immer gefährlichere Wetten zugelassen, um die Sendung spannender zu gestalten, hallte es durch die Medienlandschaft.

Ein abschließendes Untersuchungsverfahren ergab jetzt, dass die Ursache des Unfalls "in Bewegungsfehlern" des Kandidaten lag. Die Experten-Gutachten hätten gezeigt, dass die notwendigen und möglichen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten wurden, so Bellut. Auch ZDF-Intendant Markus Schächter bestätigt: "Alle Beteiligten auf Seiten des ZDF wie auch des Teams von Samuel Koch haben die Wette verantwortungsbewusst, gründlich und gemeinschaftlich vorbereitet." Der Verantwortung entziehen wolle man sich deswegen trotzdem nicht. Gefährliche Wetten wie die von Samuel Koch solle es in Zukunft gar nicht mehr geben. hor
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