ZDF verschärft Regeln für Gewinnspiele drastisch

Freitag, 08. März 2013
Thomas Bellut reagiert auf die Vorwürfe wegen angeblicher Schleichwerbung
Thomas Bellut reagiert auf die Vorwürfe wegen angeblicher Schleichwerbung


Das ZDF reagiert auf die jüngsten Schleichwerbe-Vorwürfe und erlässt strengere Regeln für Gewinnspiele in seinen Sendungen. Ab dem Sommer werden keine Autos mehr als Gewinne bei "Wetten, dass ..?" ausgelobt, Moderatoren müssen künftig einmal im Jahr die Einhaltung der Richtlinien zu Werbung und Sponsoring bestätigen.
Zu Beginn des Jahres hatte der "Spiegel" berichtet, Thomas Gottschalk habe gemeinsam mit seinem Bruder Christoph jahrelang unerlaubt Produkte in der ZDF-Show "Wetten, dass ..?" untergebracht. Am heutigen Freitag veröffentlichte das "Handelsblatt" neue belastende Dokumente über einen Sponsoringvertrag der Gottschalk-Firma Dolce Media mit dem Pleiteunternehmen Teldafax. Das ZDF reagiert nun auf die Vorwürfe und verschärft die Regeln für Gewinnspiele in seinen Sendungen.

So sollen bei der Akquise von Gewinnspielpartnern künftig keine Beauftragten mehr eingeschaltet werden. Alle Verträge müssen künftig vollständig durch das ZDF abgewickelt werden, um eine "durchgängige Kontrolle" zu gewährleisten. Unternehmen, die Preise zur Verfügung stellen, dürfen in Zukunft zudem nicht mehr im Umfeld der gleichen Sendung werben. Außerdem soll eine allzu werbliche Präsentation der Preise vermieden werden. Die zuletzt massiv kritisierten Kooperationen mit Autoherstellern bei "Wetten, dass ..?" werden ab Sommer 2013 eingestellt. Aktuell ist Audi als Werbepartner in der Show präsent.

Außerdem will der Sender seinen Moderatoren künftig genauer auf die Fingerschauen: "Das ZDF wird von programmprägenden Moderatoren außerdem jährlich eine Erklärung über die Einhaltung der Regelungen zu Werbung, Sponsoring, Gewinnspielen und Produktionshilfen einholen", erklärte ZDF-Intendant Thomas Bellut am Freitag nach der Sitzung des Fernsehrats, wies die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Thomas Gottschalk aber zugleich zurück: Bei der Prüfung der Vorwürfe gegen das ehemalige Aushängeschild des ZDF seien "keine Verstöße gegen für das ZDF geltende Rechtsvorschriften" festgestellt worden. dh
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