ZDF schickt auch "Kommissar Stolberg" und "Rosa Roth" in Rente

Freitag, 12. Oktober 2012
Iris Berben verkörperte "Rosa Roth" über 20 Jahren lang (Foto: ZDF/Stephanie Kulbach)
Iris Berben verkörperte "Rosa Roth" über 20 Jahren lang (Foto: ZDF/Stephanie Kulbach)


Das ZDF treibt die Erneuerung seines Programms weiter voran. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass die Serienklassiker "Forsthaus Falkenau" und "Der Landarzt" eingestellt werden, trifft es nun auch die Krimiserien "Kommissar Stolberg" und "Rosa Roth". Letztere wird allerdings auf Wunsch von Hauptdarstellerin Iris Berben beendet. Der neue Programmdirektor Norbert Himmler fegt derzeit mit eisernem Besen durch das teilweise schon etwas angestaubte Serienprogramm des ZDF und macht dabei auch vor Klassikern nicht Halt, die durchaus noch solide Zuschauerzahlen einfahren. Neben "Forsthaus Falkenau" und "Der Landarzt" trifft es nun auch die beliebten Krimiserien "Kommissar Stolberg" und "Rosa Roth". Das Aus für "Rosa Roth" gab das ZDF heute per Pressemitteilung bekannt. "An der Spitze des Erfolges sollte man aussteigen", begründet Hauptdarstellerin Iris Berben die Entscheidung. "Wir haben Rosa enorm lange am Leben erhalten. Ich wollte einen klaren Strich ziehen - das hat auch etwas mit dem Respekt vor der Rolle zu tun." Die Serie ist bereits seit über 20 Jahren auf Sendung.

Das Ende von "Kommissar Stolberg" vermeldete die "Rheinische Post". Eine Sprecherin der Produktionsfirma Network Movie sagte gegenüber der Zeitung: "Das ZDF strukturiert sein Programm um, und leider fällt auch 'Stolberg' diesen Veränderungen zum Opfer. Wir sind traurig über diesen Produktionsstopp." Das ZDF hat das Aus von "Kommissar Stolberg" mittlerweile bestätigt. Bereits im Sommer gab das ZDF nach 300 Folgen das Ende der Serie "Ein Fall für zwei" bekannt. 

ZDF-Intendant Thomas Bellut kündigte am Freitag vor dem Fernsehrat an, dass der Sender die "Innovationsfrequenz" in den Genres Show und Fiktion weiter erhöhen und crossmediale Erzählformen erproben will. Außerdem will Bellut die Hintergrundberichterstattung in den Bereichen Politik und Wirtschaft weiter ausbauen. Für das laufende Jahr zog der Intendant vor dem Fernsehrat eine positive Bilanz. Im Jahrestrend liege das ZDF mit 12,6 Prozent Marktanteil vor der ARD und RTL. In der Zeitschiene von 19 bis 23 Uhr betrage der Marktanteil sogar 15 Prozent. Allerdings hat das ZDF im Sportjahr 2012 stark von der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Sommerspielen in London profitiert. dh
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