ZDF muss Personalkosten einsparen

Montag, 12. Dezember 2011
Das ZDF muss den Rotstift ansetzen
Das ZDF muss den Rotstift ansetzen

Eigentlich wäre es eine gute Nachricht: Das ZDF hat in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Stellen geschaffen. Allerdings hat der öffentlich-rechtliche Sender damit gegen verbindliche Sparauflagen der KEF verstoßen. Nun muss die Rundfunkanstalt einen Einstellungsstopp verhängen. Laut einem Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), der dem "Spiegel" vorliegt, hat das ZDF seit 2008 insgesamt 308 zusätzliche Stellen geschaffen. Eigentlich hatte der Sender aber zugesagt, 2007 und 2009 insgesamt rund 200 Stellen abzubauen. Der "erhebliche Stellenzuwachs" und der damit verbundene Mehraufwand bei den Personalkosten sei daher "besonders kritikwürdig", konstatiert die KEF.

Das ZDF hat die zusätzlichen Stellen gegenüber der Kommission mit dem unerwarteten Personalaufwand für die neuen Digitalangebote des Senders begründet. Die KEF lässt diese Argumentation allerdings nicht gelten. Man habe Zweifel, ob diese Entwicklung nicht bereits 2009 "erkennbar war und vom ZDF gegenüber der Kommission hätte dargelegt werden müssen".

Das ZDF hat nun angekündigt, die Sparvorgaben der KEF umzusetzen: "Wir müssen den Auflagen der KEF entsprechen und werden sie umsetzen", zitiert der "Spiegel" ZDF-Verwaltungsdirektor Hans Joachim Suchan. Das ZDF habe die Auflagen der Kontrolleure zwar vom Etat her umgesetzt, nicht jedoch beim Stellenplan. "Beim Personal haben wir in den letzten Jahren versäumt, rechtzeitig anzupassen." In den kommenden vier Jahren muss der Sender nun 75 Millionen Euro Personalkosten einsparen. Die Senderspitze hat einen Einstellungsstopp verhängt. dh
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