ZDF lehnt Sponsoringverbot nach 20 Uhr ab

Dienstag, 17. März 2009
Vor allem im Umfeld von Fußballspielen ist Sponsoring eine wichtige Einnahemquelle
Vor allem im Umfeld von Fußballspielen ist Sponsoring eine wichtige Einnahemquelle

Das ZDF lehnt ein Verbot von Sponsoring nach 20 Uhr ab. Falls es doch zu einem Stop kommen sollte, müssten ARD und ZDF durch höhere Gebühren entschädigt werden. "Die finanziellen Ausfälle müssen durch eine Gebührenanpassung kompensiert werden" sagte ein ZDF-Sprecher gegenüber dem "Handelsblatt". Eigenen Angaben zufolge nimmt das ZDF durch Sponsoring einen zweistelligen Millionenbetrag im Jahr ein. Innerhalb der ARD hat man sich offenbar noch nicht auf eine gemeinsame Linie zu den Plänen geeinigt. "Wir haben uns mit dem Thema noch nicht beschäftigt", sagte ein ARD-Sprecher. Man wisse derzeit noch nicht, ob das Sponsoringverbot ein abgestimmter Vorschlag aller Ministerpräsidenten sei.

Das Verbot hatte Martin Stadelmaier, Chef der Staatskanzlei von Rheinland-Pfalz, ins Spiel gebracht. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck ist Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder. Einzelne Intendanten wie WDR-Chefin Monika Piel hatten in der Vergangenheit selbst einen freiwilligen Verzicht auf Sponsoring nach 20 Uhr ins Spiel gebracht.

Die Landesmedienanstalten haben die die Forderungen nach einem Sponsoringverbot unterdessen begrüßt , um das Ungleichgewicht zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern nicht zu verstärken: "Das System droht in eine  Schieflage zu geraten, die Wirtschaftskrise wirkt zusätzlich noch als Katalysator, die das Ungleichgewicht dramatisch beschleunigt", erklärte Thomas Langheinrich, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM). "Eine Einschränkung des Sponsorings bei ARD und ZDF ist eine erste wichtige Maßnahme zur Stützung des dualen Rundfunksystems in Deutschland." dh
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