ZDF entwickelt Verfahren für Public-Value-Test

Freitag, 28. September 2007
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Das Präsidium des ZDF-Fernsehrates hat den ZDF-Intendanten Markus Schächter beauftragt, einen Vorschlag zu entwickeln, wie künftig ein so genannter Public-Value-Test für neue Projekte aussehen könnte. Das dreistufige Verfahren sollen öffentlich-rechtliche Angebote künftig durchlaufen, um ihren gesellschaftlichen Mehrwert ("Public Value") sowie die Gefährdung privatwirtschaftlicher Medienmärkte zu untersuchen. Betroffen sind von dem Test in erster Linie Internet- und digitale Angebote. Mitte Oktober soll Schächter den Verfahrensvorschlag den Ausschüssen des Fernsehrates vorlegen. Im Dezember will das Gremium darüber abschließend beraten und die probeweise Einführung des Tests beschließen. Damit setzt das ZDF die Forderung der EU-Kommission bereits vor der Änderung des Rundfunkstaatsvertrags 2009 um.

Der Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates Ruprecht Polenz sieht in der jetzt beschlossenen Vorgehensweise "die Chance für den ZDF-Fernsehrat, gemeinsam mit dem Sender Pionierarbeit zu leisten". Der Fernsehrat erhalte mit der Gestaltung und Durchführung des Drei-Stufen-Tests eine "wichtige neue Kompetenz" und wolle damit auch einen "Beitrag zur Versachlichung der Mediendebatte" leisten. Hintergrund: Im Juli waren die öffentlich-rechtlichen Sender aufgrund ihrer digitalen Expansionspläne in die Kritik des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) und des Bundesverbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (BDZV) geraten. Auch der ARD-Vorsitzende Fritz Raff hat sich dazu bereit erklärt, den Test vorzeitig einzuführen. bn

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