ZDF bietet Reich-Ranicki gemeinsame Sendung

Montag, 13. Oktober 2008
Sorgte für Wirbel: Marcel Reich-Ranicki (Foto: ZDF, Stefan Menne)
Sorgte für Wirbel: Marcel Reich-Ranicki (Foto: ZDF, Stefan Menne)

Nach dem von Marcel Reich-Ranicki ausgelösten Eklat um den Deutschen Fernsehpreis gibt das ZDF dem Literaturkritiker nun die Möglichkeit, seine Position in einer eigenen Sendung darzulegen. Diesen Freitag, 17. Oktober, ab 22.30 Uhr, diskutieren Reich-Ranicki und Fernsehpreis-Moderator Thomas Gottschalk "Aus gegebenem Anlass". Reich-Ranicki hatte den Preis bei der Übergabe durch Gottschalk am Samstag abgelehnt und sich sowohl über die langwierige Preisverleihung in Köln im speziellen als auch über das geringe Niveau des deutschen Fernsehens allgemein beklagt. Daraufhin hatte Gottschalk den 88-Jährigen mit dem Angebot von der Bühne gelotst, unter den Fittichen von ARD und ZDF eine eigene Sendung entwickeln zu dürfen. "Wir sind offen für Kritik und räumen ihr gerne Raum ein", so ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut.

Reich-Ranickis Auftritt könnte für ARD und ZDF die Diskussion um die Qualität des Angebots der öffentlich-rechtlichen Anstalten ankurbeln. Ende des Monats beraten die Ministerpräsidenten im Rahmen des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrages darüber, was die öffentlich-rechtlichen Sender künftig im Internet dürfen und was nicht. Die Verantwortlichen von ARD und ZDF werden nicht müde, zu betonen, dass nur sie für qualitativ hochwertige Angebote im Netz sorgen können. Dass sich auch die hauseigenen Portale nicht davor scheuen, den Klatsch und Tratsch aus dem Programm ins Netz zu transferieren, zeigen dagegen ein paar kurze Klicks: Die ARD wartet heute mit einer Bildergalerie von TV-Sternchen und Sängerin Yvonne Catterfeld auf ARD.de. pap
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