ZDF: Schächter widerspricht Brender / CDU fordert Konsequenzen

Montag, 22. Februar 2010
Hat Nikolaus Brender mit seinen Interview dem ZDF geschadet?
Hat Nikolaus Brender mit seinen Interview dem ZDF geschadet?

Das "Spiegel"-Interview des scheidenden ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender könnte für ihn auch finanzielle Konsequenzen haben. In dem Gespräch hatte Brender der Politik unter anderem vorgeworfen, den öffentlich-rechtlichen Sender mit Spitzeln zu unterwandern. Maro Wanderwitz, der CDU-Obmann im Medienausschuss des Bundestages, sagte "Bild" nun, man müsse darüber nachdenken, "ob so eine Rufschädigung Konsequenzen für die Pensionszahlungen hat".  Die CDU-Mehrheit im ZDF-Verwaltungsrat hatte unter der Führung von CDU-Ministerpräsident Roland Koch vergangenes Jahr die Wiederwahl Brenders verhindert. Das Vorgehen der Politiker im Verwaltungsrat war von zahlreichen Stellen kritisiert worden, unter anderem von renommierten deutschen Staatsrechtlern.

Ein klares Dementi der Vorwürfe, die Brender nun gegen die Politik erhebt, blieb seitens Wanderwitz aber wohl aus. "Was auch immer vorgefallen ist: So geht man als scheidender Chefredakteur mit seinem Sender nicht um. Der Verwaltungsrat sollte jetzt die Verträge prüfen", sagt er dem Blatt stattdessen.

ZDF-Intendant Markus Schächter weist Brenders Vorwürfe dagegen weit zurück. Die Darstellungen seien "in der Sache falsch und in der Form maßlos und inakzeptabel". Ein Spitzelsystem wie in der ehemaligen DDR gebe es nicht. "Die ZDF-Redaktionen sind unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Einflüsterungen", sagt Schächter. Er bedaure sehr, dass Brender seine langjährigen Kollegen aus eigener Enttäuschung wenige Wochen vor seinem Abschied so vor den Kopf stoße. pap
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