ZDF: Peter Frey beerbt Nikolaus Brender als Chefredakteur

Freitag, 11. Dezember 2009
Peter Frey
Peter Frey

Die unschöne Ablösung von Nikolaus Brender zog sich über Monate hin, die Suche nach einem Nachfolger hat nur wenige Tage gedauert. Als neuer Chefredakteur des "Zweiten" tritt Anfang April 2010 Peter Frey an. Nachdem Intendant Markus Schächter den aktuellen Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin vorgeschlagen hatte, sprach sich auch der Verwaltungsrat des Senders einstimmig für Frey aus. Nachfolgerin von Peter Frey in der Leitung des Hauptstadtstudios wird Bettina Schausten, die seit 2003 die Hauptredaktion Innen-, Gesellschafts- und Bildungspolitik des ZDF leitet. Frey arbeitet seit 1985 beim ZDF. In den 90er Jahren baute er zunächst das ZDF-Morgenmagazin als Redaktionsleiter auf. Darüber hinaus war er Korrespondent in Washington, Leiter der Hauptredaktion Außenpolitik und ist seit 2001 Leiter des Hauptstadtstudios, wo er unter anderem die Sendungen "Berlin direkt" und die "Berliner Runde" moderiert.

"Es ist jetzt die Hauptaufgabe des neuen Chefredakteurs, die Glaubwürdigkeit des Senders, die in der öffentlichen Wahrnehmung gelitten hat, wiederherzustellen", sagt Frey. Damit spielt er auf den Streit und die öffentliche Debatte um die Ablösung seines Vorgängers Brender an. Dessen Vertragsverlängerung, für die sich vor allem Schächter stark machte, hatte Ende November nicht die erforderliche Zustimmung von drei Fünfteln der Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrats erhalten.

Vor allem der hessische Ministerpräsident Roland Koch hatte die Absetzung Brenders aktiv betrieben und damit auch die öffentliche Debatte um den vermeintlich zu großen Einfluss der Politik auf das ZDF ausgelöst. Führende Wissenschaftler hatten dies in einem offenen Brief, der als Anzeige in der Tagespresse erschien, scharf kritisiert. Weitere Experten, etwa der nordrhein-westfälische Medienminister Andreas Krautscheid (CDU), hat sich für einen neuen Staatsvertrag für das ZDF ausgesprochen. mas
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