ZDF Kultur startet am 1. April 2011 / Etat von 12,58 Millionen Euro

Freitag, 15. Oktober 2010
Markus Schächter will das ZDF weiter verjüngen
Markus Schächter will das ZDF weiter verjüngen

Das ZDF benennt seinen ZDF Theaterkanal am 1. April 2011 in ZDF Kultur um. Zeitgleich startet der digitale Spartensender mit veränderter Ausrichtung: Das öffentlich-rechtliche Programm wird auf den beiden Säulen Popkultur und Spiel ruhen. Der gebührenfinanzierte Kanal soll vor allem jüngere Zuschauer ansprechen. Mit dem neuen Angebot setze das ZDF auf einen modernen Kulturbegriff, der die unnatürliche Trennung von Hochkultur und vermeintlich weniger anspruchsvoller Popkulktur aufhebe, erklärt ZDF-Intendant Markus Schächter im Rahmen der heutigen Sitzung des ZDF-Fernsehrates in Mainz.

Musik, Filmkultur, Netzkultur aber auch Gaming will ZDF Kultur zu einem neuartigen Gesamtangebot vereinen. Das Spektrum reicht vom Theaterstück bis hin zum Computerspiel. Einen breiten Raum wird auch Musik einnehmen. Insgesamt 48 Stunden Popmusik pro Woche will ZDF Kultur ausstrahlen und Pop, Rock, Alternative, Indie, Hip Hop und auch Heavy Metal ausstrahlen. Damit könnte ZDF Kultur zum Teil in die Lücke springen, die MTV hinterlässt. Der Sender wandert 2011 ins Pay-TV.

Das Programmschema von ZDF Kultur konzentriert sich auf die Primetime von 18 bis 0 Uhr. Zwischen 18 und 20 uhr laufen Popmusik und Animationsfilme, um 20 Uhr der "Marker", ab 20.15 Uhr täglich wechselnde Themenabende. Die Programmschiene wird nachts und morgens wiederholt.

Als Erkennungszeichen führt ZDF Kultur die Sendermoderation wieder ein, die vor Jahren von den Bildschirmen verschwunden ist. Die Moderatoren sollen das Porgramm einordnen und kommentieren und inhaltliche Übergänge schaffen.

Der Etat des ZDF Theaterkanals beläuft sich 2010 auf 8,08 Millionen Euro. Für 2011 ist ein Budget von 12,58 Millionen Euro geplant. Die Erhöhung finanziert das ZDF aus Umschichtungen innerhalb des Haushaltes.

Das ZDF hat bereits Erfolg mit der Einführung von ZDF Neo gehabt. Das Programm löste im November 2009 den ZDF Dokukanal ab. Vor allem das Feuilleton lobt den Sender, der im Gesamtmarkt jedoch erst auf Zuschauermarktanteile von um die 0,3 Prozent kommt. pap
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