ZDF-Intendant Thomas Bellut sucht Visionen und will "Heute" erneuern

Mittwoch, 04. Juli 2012
Auf der Suche nach Visionen: ZDF-Intendant Thomas Bellut
Auf der Suche nach Visionen: ZDF-Intendant Thomas Bellut
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Thomas Bellut ZDF SZ Audienz Nachrichtenflaggschiff


Thomas Bellut, seit rund vier Monaten als Intendant des ZDF in Amt und Würden, hat der "Süddeutschen Zeitung" und der "Zeit" erste Audienzen gewährt. Dabei wird klar: Das Programm ist und bleibt das Steckenpferd des ehemaligen Programmdirektors, um das er sich künftig wieder stärker kümmern will. Unter anderem will Bellut das Nachrichtenflaggschiff des Senders, die 19-Uhr-Ausgabe von "Heute", modernisieren. Die "Heute"-Nachrichten müssten sich "erneuren", sagte Bellut der "Zeit". Nachrichtendungen stünden heute "viel stärker in Konkurrenz zu den Internetanbietern. Sie müssen beweisen, dass sie für die Zuschauer trotzdem wichtig bleiben." Schon nächste Woche will er die Redaktion besuchen.

Unzufrieden ist der Intendant außerdem mit den Unterhaltungssendungen des ZDF: Vor allem die Quizsendungen seien nicht mehr "auf der Höhe". Zur Zahl der Kochsendungen sagte er: "Die Grenze ist erreicht."

Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" wurde Bellut weniger konkret, kündigte aber an, sich künftig wieder verstärkt um die Inhalte kümmern zu wollen. "Es fällt einem schwerer, dicht am Programm zu bleiben", sagte Bellut, der seit Mitte März Intendant des ZDF ist. Dabei wolle er aber nicht nur auf die Quote schielen, sondern eine Vision für die Zukunft des Senders entwickeln. Wie die aussieht, hat er der "SZ" allerdings noch nicht verraten.

So viel ist klar: Die Herausforderungen für das gebührenfinanzierten Fernsehen werden nicht kleiner. "Es wird schwieriger, die Akzeptanz für das öffentlich-rechtliche Fernsehen aufrechtzuerhalten", sagte der Intendant der SZ. "Das Publikum ist kritischer geworden." dh
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