ZAW: Werbemarkt steht Rezession bevor

Donnerstag, 24. Juli 2008
Volker Nickel rechnet mit Werbeminus
Volker Nickel rechnet mit Werbeminus

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) geht für das 1. Halbjahr von Stagnation der Werbetats aus und rechnet insgesamt für 2008 mit einem Rückgang der Werbeausgaben um 0,5 Prozent auf 30,63 Milliarden Euro. Damit stünde die Werbebranche mit einem Fuß in der roten Zone der Werberezession, sagte ZAW-Sprecher Volker Nickel in Berlin. Insbesondere die Pressemedien würden die Werbedelle spüren, teilt die Dachorganisation von 41 Verbänden der werbenden Wirtschaft, Medien und Agenturen in Berlin mit. Für das Jahr 2009 geht der ZAW sogar von einem Rückgang der Werbespendings von 1 bis 2 Prozent aus.

Der schrumpfende Werbemarkt spiegle sich auch im Arbeitsmarkt für Werbeberufe wieder. Erstmals seit vier Jahren sei die Nachfrage nach Werbefachexperten wieder rückläufig. So registrierte der ZAW in seiner regelmäßigen Analyse der Arbeitsplatzangebote seiner Branche Minus 1 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 mit dessen Steigerung von 25 Prozent.

Auffällig war vor allem der Abbau der Nachfrage nach Medienspezialisten bei den Werbeträgern mit Minus 16 Prozent. Dies sei offensichtlich eine Reaktion auf die aktuell geringeren Werbeinnahmen der Medien. Gesunken sei auch das Interesse der werbenden Unternehmen an Werbefachleuten mit Minus 3,7 Prozent, insbesondere in der Konsumgüterindustrie. Lediglich die Agenturen verstärkten ihre Suche nach Kommunikationsspezialisten um 4,7 Prozent. Sie suchten intensiver nach Marketingfachleuten für die Beratung ihrer Kunden.
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