ZAW-Frühjahrsumfrage: Medien sind für 2012 pessimistisch

Mittwoch, 23. Mai 2012
ZAW-Chef Manfred Parteina ist nicht besonders optimistisch für 2012
ZAW-Chef Manfred Parteina ist nicht besonders optimistisch für 2012

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Euro- und Schuldenkrise auch auf Deutschlands Wirtschaft durchschlagen und sich in einer abschwächenden Konjunktur auswirken. Entsprechend vorsichtig sehen die Prognosen der Medienunternehmen für 2012 aus. Mit einem Minus von 0,5 Prozent rechnen sie in der Frühjahrsumfrage des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW), die dieser heute in Berlin präsentiert. Das würde einen Rückgang der Netto-Werbeeinnahmen auf 18,83 Milliarden Euro bedeuten. Die gesamte Medienwirtschaft - also auch die werbungtreibende Industrie und die Agenturen - gehen von einem Plus von 1 Prozent auf 30,18 Milliarden Euro aus. Ebenfalls veröffentlicht hat der Verband die Zahlen für das vergangene Jahr. Demnach sind die Brutto-Investitionen in Werbung - in die der ZAW Honorare und Gehälter, Werbemittelproduktion und die mediale Verbreitung von Werbung - einbezieht, 2011 um 1,3 Prozent auf 29,92 Milliarden Euro gestiegen. Die Netto-Werbeeinnahmen der Medien stiegen jedoch nur um 1 Prozent.

Am stärksten verloren haben 2011 die Zeitungen. Sie müssen eine Rückgang der Einnahmen um 2,2 Prozent auf 3,56 Milliarden Euro hinnehmen, bleiben damit aber zweitgrößte Gattung. Auf Platz 1 steht TV mit einem plus von 0,7 Prozent und Einnahmen von 3,98 Milliarden Euro. Weitere Umsatz-Milliardäre sind Werbung per Post (2,99 Milliarden Euro, plus 0,1 Prozent), Anzeigenblätter (2,06 Milliarden Euro, +2,4 Prozent), Publikumszeitschriften (1,44, minus 0,7 Prozent) und Verzeichnismedien (1,14 Milliarden Euro, -1,3 Prozent). Onlineangebote folgen auf Platz 7 mit 990 Millionen Euro, dürften laut ZAW-Sprecher Volker Nickel aber in diesem Jahr die Milliardenschwelle überschreiten

Im Gegensatz zu den Medien gehen die im Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA zusammengeschlossenen Agenturen in ihrem Frühjahrsmonitor für 2012 von einem Wachstum von 4,4 Prozent aus. Damit liegen sie allerdings unter den Vorjahresergebnissen. 2011 konnten sie den Umsatz um 6,4 Prozent steigern. pap
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