ZAS: Aufschwung im Anzeigenmarkt lässt weiter auf sich warten

Freitag, 25. Juni 2010
Der "Spiegel" verzeichnet ein leichtes Plus
Der "Spiegel" verzeichnet ein leichtes Plus

Die große Erholung lässt weiter auf sich warten. Von Januar bis Juni 2010 stagnieren die Anzeigenseiten auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Gerade mal ein Plus von 0,3 Prozent zählt die Zentrale Anzeigenstatistik (ZAS) des Zeitschriftenverlegerverbandes VDZ, die rund 400 Zeitschriften erfasst. Bis Mai lag das Plus bei 0,6 Prozent. Den nach Anzeigenseiten größten absoluten Zuwachs kann "Schöner Wohnen" mit 240 zusätzlichen Seiten verbuchen. "CT" verliert 70 Anzeigenseiten und hat damit den stärksten absoluten Rückgang von den mit Vorjahresvergleich ausgewiesenen Titeln. Die drei Magazine mit den meisten Anzeigenseiten sind "Stern" (1270 Seiten), "Gala" (1113 Seiten) und "Spiegel" (1083 Seiten).

 Die Nachrichtenmagazine "Spiegel" (+,056 Prozent) und Gruner + Jahrs "Stern" (+2,73 Prozent) legen leicht zu, Burdas "Focus" dagegen muss trotz des Relaunches weiter Federn lassen (-4,83 Prozent). Der Titel dürfte auch im Anzeigenmarkt unter den Auflagenbereinigungen des vergangenen Jahres leiden, als "Focus" Bordexemplare und verbilligte Abonnements deutlich zurückgefahren hat.

Gut sieht die Entwicklung dagegen bei Burdas "Bunte" sowie G+Js "Gala" aus. Beide People-Magazine legen um über 10 Prozent zu. Auch die jüngeren Titel wachsen: "In" um 22,81 Prozent, "OK!" um 19,54 Prozent.

Der "Stern" hat das größte Anzeigenaufkommen
Der "Stern" hat das größte Anzeigenaufkommen
Erfolgreich schlagen sich auch die Frauenzeitschriften. Die wöchentlichen Titel legen um 4,23 Prozent zu. Zeitschriften wie "Freizeit Aktuell" (39,47 Prozent), "Das Neue" (17,21 Prozent) und "Mach mal Pause" (15,55 Prozent) legen besonders zu. Zu den Verlierern gehören "Laura" (-11,44 Prozent) und "Freizeit Revue" (-11,22 Prozent). Bei den 14-täglichen Titeln liegt das Plus bei 4 Prozent. Gruners "Brigitte" wächst auch ohne Modells um 8,43 Prozent, "Für Sie" aus dem Jalag verliert 4,66 Prozent. Die monatlichen Zeitschriften kommen auf einen Anzeigenseitenzuwachs von 4,46 Prozent. "Emotion" kommt nach dem Verkauf von Gruner + Jahr an Verlags- und Anzeigenleiterin Katarzyna Mol im November 2009 noch nicht so recht voran und liegt mit 36,81 Prozent im Minus. Auch "Jolie", ehemals Axel Springer, entwickelt sich unter dem neuen Eigentümer Vision Media rückläufig (-23,66 Prozent). Im Plus liegt dagegen "Burda Style" (50,09 Prozent). Die Umbenennung des ehemaligen  "Burda Modemagazin" hat dem Titel offenbar auch im Anzeigenmarkt gut getan. Auch Condé Nasts "Myself" liegt mit 30,6 Prozent deutlich über dem Vorjahr.

Für die Programmies geht es dagegen leicht abwärts. Das letzte Segment mit Millionensellern verliert im Vorjahresvergleich 2,59 Prozent der Anzeigenseiten. Gewinnen kann "Funk Uhr" (37,66 Prozent) und "TV pur" (26,47 Prozent). Verlierer sind "TV 4 Wochen" (-28,85 Prozent) und "TV Schlau" (-26,11 Prozent). Springers Dickschiff "TV Digital" büßt ebenfalls Anzeigen ein, um 12,94 Prozent geht es nach unten, auch "Hörzu" verliert 4,22 Prozent. Bauers "TV Movie" verliert 5,21 Prozent, Burda/Milchstrasses "TV Spielfilm" 3,75 Prozent. 

Besonders gebeutelt ist dagegen weiterhin die Wirtschaftspresse. Sie verliert nach erheblichen Rückgängen 2009 auch in den ersten Monaten diesen Jahres 11,6 Prozent der Anzeigenseiten. Besonders schlecht sieht es für "Euro am Sonntag" aus (-19,48 Prozent), das Axel Springer gerade an den Geschäftsführer Frank B. Werner verkauft hat. Auch "Euro" selbst verliert 11,69 Prozent der Seiten.

Auch die IT-/Telekommunikationstiteln verlieren. Springers "Computer Bild Spiele" muss mit einem Rückgang von 20,39 Prozent besonders Federn lassen. Auch die Platzhirsche "CT" (-6,61 Prozent) und "PC Welt" (-9,37 Prozent) verlieren Anzeigen. Deutlich zulegen können dagegen "Connect" (+10,7 Prozent) und "Mac Welt" (+12,95 Prozent). Unterm Strich bleibt jedoch ein Minus von 20,1 Prozent. pap
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