ZAS: Anzeigenumfänge der aktuellen Magazine steigen deutlich an

Freitag, 26. November 2010
Das People-Magazin liegt derzeit mit 20 Prozent im Plus
Das People-Magazin liegt derzeit mit 20 Prozent im Plus

In den ersten elf Monaten dieses Jahres ist der Werbedruck im Vergleich zu 2009 stabil geblieben. Dies geht aus der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) hervor, die der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) herausgibt. Insgesamt verzeichnet die ZAS rund 153.000 Anzeigenseiten, was einem leichten Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Angesichts dieser Zahl von echtem Wachstum zu sprechen, wäre verfrüht. Schließlich sind im Vergleichszeitraum 2009 die Anzeigenerlöse aufgrund der Wirtschaftskrise dramatisch eingebrochen. Aber immerhin ist der Rückgang gestoppt: Seit August meldet die ZAS jeden Monat ein leichtes Plus. Den größten Zuwachs gibt es nun im November. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei den Kinderzeitschriften, die ganze 42,4 Prozent zulegen, bei den Wohn- und Gartenzeitschriften (plus 14,1 Prozent), den aktuellen Magazinen (plus 13,6 Prozent) sowie bei den Esszeitschriften (plus 13,3 Prozent). Im von der Werbewirtschaft besonders beachteten Segment der aktuellen Titel, konnte vor allem die Zeitschrift "OK!" punkten. Das People-Magazin steigerte sich um rund 20,3 Prozent gegenüber Vorjahr. Auch die Wettbewerber "Bunte" (plus 12,3 Prozent) und "Gala" (plus 8,9 Prozent) legten deutlich zu. Bei den Anzeigen-Dickschiffen "Stern" (plus 10 Prozent) und "Focus" (plus 1 Prozent) fallen die Zuwächse dagegen sehr unterschieldlich aus. Bei den Titel "Der Spiegel" und "Bild am Sonntag" ist kein Vergleich zum Vorjahr möglich. Aber in der Kategorie gibt es auch Verlierer: So büßte "Reader's Digest" 22,3 Prozent der Anzeigenseiten ein, Bauers "Intouch" knapp 11 Prozent und "Cicero" aus dem Ringier-Verlag 10,5 Prozent.

Bei den Programmzeitschriften meldet die ZAS eine schwarze Null (genauer: plus 0,21 Prozent). Der große Gewinner ist der Titel "Funk Uhr", der rund 32,3 Prozent mehr Anzeigen druckt. Die werbestarken Zeitschriften "TV Digital" (minus 7,6 Prozent), "TV Movie" (minus 5,9 Prozent), "TV Spielfilm" (minus 3,9 Prozent), "TV Today" (minus 4 Prozent) und "TV 14" (minus 4,7 Prozent) liegen dagegen unter dem Vorjahresniveau.

Aufwärts geht es zudem im Segment der Frauenzeitschriften. Von den wöchentlichen Titeln (plus 4,4 Prozent), über die 14-täglichen (plus 2,7 Prozent) bis hin zu den monatlichen (plus 4,8 Prozent) verzeichnen alle Kategorien eine Steigerung.

Die großen Verlierer sind die IT- und Telekommunikationszeitschriften mit einem Minus von insgesamt 20,4 Prozent. "Chip" verliert zum Beispiel knapp 16 Prozent der Anzeigen. Die Wirtschaftspresse, die im vergangenen Jahr die Einbrüche im Werbemarkt besonders stark gespürt hat, kann bisher nicht von einer Erholung sprechen. In diesem Segment wurden von Januar bis November 3,2 Prozent weniger Anzeigen gedruckt. Während "Wirtschaftswoche" (plus 9,9 Prozent) und "Manager Magazin" (plus 8,3 Prozent) gewinnen können, schrumpfen die Anzeigenumfänge von "Euro" (minus 5,6 Prozent) und "Euro am Sonntag" (minus 14,5 Prozent) deutlich.

Lange wird es die ZAS nicht mehr geben. Die Statistik soll zum Jahresende abgeschafft werden. Der Grund ist der begrenzte Aussagewert der monatlichen Erhebung. So berücksichtigt die ZAS gedruckte - und nicht in jedem Fall bezahlte - Inserate inklusive Eigen-, Medien- und Freianzeigen. Außerdem fehlt jeder monetäre Bezug, da eben nur Seiten gezählt werden. bn
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