ZAS Anzeigenstatistik: Jahresendrallye nicht in Sicht

Freitag, 27. November 2009
Der "Stern" führt die ZAS-Statistik trotz Verlusten weiter an
Der "Stern" führt die ZAS-Statistik trotz Verlusten weiter an

Trotz der massiven Verluste, die die Verlage schon im Herbst vergangenen Jahres hinnehmen mussten, geht es auch diesen November weiter abwärts. Um immer noch fast 17 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen die Anzeigenseiten, die in der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) erfasst werden. Darin enthalten sind jedoch auch Eigenanzeigen und Gegengeschäfte, die die Bruttobilanz verschönen. Die Jahresendrallye, die die TV-Vermarkter derzeit erfahren, geht an der drittgrößten Gattung damit weitgehend vorbei. Während die Zahlen im TV-Markt im wichtigen 4. Quartal in den schwarzen Bereich drehen, bleiben sie bei den Verlagen weitgehend im roten Bereich. Das gilt insbesondere auch für die drei wöchentlichen Nachrichtenmagazine, die traditionell den Großteil der Anzeigenseiten auf sich verbuchen können. Gruner + Jahrs  "Stern" verliert rund 27 Prozent  und kommt damit als größter Titel im Anzeigenmarkt von Januar bis November nur noch auf 2349 Anzeigenseiten. Die Nummer 2 im Markt, "Der Spiegel", verliert fast 26 Prozent der Seiten, Hubert Burdas "Focus" nach diversen Auflagenkorrekturen sogar fast 30 Prozent. Der größte Verlierer bleibt jedoch Holtzbrincks "Wirtschaftswoche" mit 966 Seiten weniger als im Vorjahr.

Die Wirtschaftspresse und auch die IT- und Telekommunikationszeitschriften sind prozentual betrachtet die größten Verlierer unter den Zeitschriftensegmenten. Sie leiden unter der Zurückhaltung von Finanzdienstleistern und Telekommunikationsunternehmen. Die Mobilfunker haben ihre Werbeetats laut Nielsen über alle Medien hinweg zwischen Januar und Oktober um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gekürzt, die Werbung für Festnetz ging um 42 Prozent zurück, die für Finanzanlagen um 41 Prozent.

"Euro am Sonntag" gehört zu den größten Verlierern
"Euro am Sonntag" gehört zu den größten Verlierern
Der prozentual größte Verlierer ist bei der Wirtschaftspresse jedoch nicht die "Wirtschaftswoche", sondern Axel Springers "Euro am Sonntag". Das Minus liegt bei knapp 45 Prozent. Auch "Euro" verliert knapp 39 Prozent, ebenso viel wie das "Manager Magazin" aus dem Spiegel-Verlag. Um so interessanter sind die Bemühungen von Gruner + Jahr mit neuen Titeln wie "Business Punk" neue Leser, aber eben auch Anzeigenkunden in dem Segment aufzutun.

IT- und Telekommunikationszeitschriften müssen bis November einen Rückgang von 34,52 Prozent der Anzeigenseiten hinnehmen - saldiert 7130 Seiten weniger als im Vorjahr. Von dem Rückgang entfällt der Großteil auf den "Chip"-Ableger "Chip Test & Kauf". Der Titel aus dem zu Hubert Burda gehörenden Chip Communication Verlag hatte allein 160 Seiten weniger als im Vorjahr - ein Minus von fast 48 Prozent. Auch das Basisheft liegt mit 399 Seiten beziehungsweise knapp 37 Prozent unter dem Vorjahr. Auch Axel Springers "Computer Bild Spiele" muss mit fast einem Viertel weniger Anzeigenseiten auskommen. 

Stabil liegen allerdings noch die Frauentitel, vor allem die wöchentlichen Zeitschriften. Sie müssen gerade mal 1,3 Prozent Rückgang hinnehmen. Bei den 14-Täglichen und Monatlichen sind es jeweils um die 10 Prozent. Das Segment lebt vor allem von Anzeigen aus der Kosmetikindustrie, die bislang von der Wirtschaftskrise weitgehend verschont geblieben ist. Die Hersteller von Haarpflegeprodukten haben ihre Spendings über alle Medien hinweg brutto sogar um 50 Millionen Euro erhöht. pap
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