ZAS: Aktuelle Magazine drucken deutlich mehr Anzeigen

Freitag, 29. Oktober 2010
"OK" legt bei den Anzeigenseiten um 26 Prozent zu
"OK" legt bei den Anzeigenseiten um 26 Prozent zu

Die Zentrale Anzeigenstatistik (ZAS) des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) meldet für die ersten zehn Monate dieses Jahres ein stabiles Niveau in Sachen Werbedruck. Insgesamt registrierte die ZAS rund 134.302 Anzeigenseiten, was einem leichten Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Wichtig dabei zu beachten: Der Vergleichszeitraum ist 2009 - also das Jahr, in dem die Wirtschafts- am stärksten auch als Medienkrise spürbar war. Insofern ist das aktuelle Werbeplus eher als leichte Erholung denn als echtes Wachstum zu sehen.

Stark legte dagegen das Segment der aktuellen Magazine zu - um 13,1 Prozent. Darunter meldet die „Bunte" ein Plus von 11,8 Prozent, „Super Illu" (plus 14,5), „In" (plus 19,7) und „OK" (plus 26) kommen auf noch größere Zuwächse. Geringer sind die Plus-Ausschläge bei den Anzeigen-Dickschiffen „Stern" (7,2 Prozent), „Spiegel" (8,1), „Gala" (9,8) und „Bild am Sonntag" (7,2). „Focus" hingegen druckte bis Oktober 1,6 Prozent weniger Anzeigen als im vergangenen Jahr. Dickere Minuszahlen stehen bei „Intouch" (11,4 Prozent) und „Cicero" (10,3). Absolut die meisten Anzeigen im Segment erschienen im „Stern" (2174 Seiten).

Eine rote Null (genauer: minus 0,9 Prozent) meldet die ZAS für die Programmzeitschriften; hier sticht mit einem Plus von 36,9 Prozent besonders „Funk Uhr" hervor. Die anzeigenstarken Titel „TV Digital" (minus 8 Prozent), „TV Movie" (minus 5,7), „TV Spielfilm"/„TV Today" (minus 2) und „TV 14" (minus 5,8) liegen dagegen unter Vorjahr.

Zuwächse konnten verzeichnen die wöchentlichen (plus 2,8 Prozent), 14-täglichen (plus 3,2) und monatlichen (plus 3,5) Frauenzeitschriften. Jugendtitel (minus 6,3 Prozent) und Wirtschaftspresse (minus 4,7) druckten bis Oktober hingegen weniger Anzeigen als 2009. Vornan in absoluten Zahlen steht hier die wöchentliche „Wirtschaftswoche" mit 1591 Seiten, das sind 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch das „Manager Magazin" steht mit 7,2 Prozent im Plus. Einbußen mussten unter anderem „Euro" (minus 10,5 Prozent) und „Euro am Sonntag" (minus 16 Prozent) verzeichnen.

Lange wird es die ZAS wohl nicht mehr geben. Die Werbestatistik wird wahrscheinlich zum Jahresende eingestellt. Gründe sind der letztlich nur begrenzte Aussagewert und damit die mangelnde Relevanz der monatlichen Erhebung. So berücksichtigt die ZAS gedruckte - und nicht in jedem Fall bezahlte - Inserate inklusive Eigen-, Medien- und Freianzeigen. Außerdem fehlt jeder monetäre Bezug, da eben nur Seiten gezählt werden. rp
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