ZAK hält "Tatort Internet" für rechtlich bedenklich

Mittwoch, 24. November 2010
"Tatort Internet" verstößt gegen den Rundfunkstaatsvertrag
"Tatort Internet" verstößt gegen den Rundfunkstaatsvertrag

Das RTL-2-Format "Tatort Internet" verstößt zum Teil gegen den Rundfunkstaatsvertrag. Das hat die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) mitgeteilt. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), welche die Sendungen unter jugendschutzrechtlichen Gesichtspunkten geprüft hat, hatte zuletzt keine Verstöße feststellen können. Das von RTL 2 entwickelte Format "Tatort Internet", in dem Ministergattin Stephanie zu Guttenberg zusammen mit Hamburgs ehemaligem Innensenator Udo Nagel Pädophile im Internet jagt, ist seit dem Start immer wieder auf Kritik gestoßen. Wie die ZAK bereits Ende Oktober angekündigt hatte, wurden die ersten vier der insgesamt zehn Folgen unter rechtlichen Aspekten genauer überprüft.

In den Ausgaben vom 7. Oktober und 11. Oktober wurden die potenziellen Täter nicht hinreichend unkenntlich gemacht. Eine Bloßstellung durch Dritte konnte der Sender damit nicht garantieren. Das verstößt gegen die Programmrichtlinien des Rundfunkstaatsvertrags. Folge 3 und 4 waren rechtlich unbedenklich.

Jüngst war "Tatort Internet" außerdem in die Kritik geraten, weil die Produktionsfirma Informationen über mutmaßliche Pädophile nicht an die Behörden weitergegeben hatte. Einer der Verdächtigen war nach der Ausstrahlung untergetaucht.

RTL 2-Geschäftsführer Jochen Starke zieht dennoch eine positive Bilanz: "Ziel von 'Tatort Internet' war es, möglichst viele Menschen für das Thema Gefahren für Kinder im Internet zu sensibilisieren und Prävention zu betreiben. Dass uns das gelungen ist, bestätigt die Relevanz der Sendung." Das Format erzielte einen durchschnittlichen Marktanteil von 6,7 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen und lag damit deutlich über dem aktuellen Sendermarktanteil von 5,6 Prozent. hor
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