Youtube will kein TV-Anbieter sein

Donnerstag, 25. Oktober 2012
Ein "wahrer König im TV der Zukunft"? Youtube-Manager Andreas Briese
Ein "wahrer König im TV der Zukunft"? Youtube-Manager Andreas Briese


Channel Offensive hin oder her – obwohl Google Youtube mit Millionenbeträgen anschiebt, um den Anteil an professionellem Inhalten aufzubauen, sieht sich die Onlineplattform nicht als Konkurrent zu den TV-Unternehmen. "Wir sind kein TV-Sender, sondern ein Mittler zwischen Nutzern, Inhaltepartnern und Werbungtreibenden", sagte Andreas Briese, Strategic Partnership Development Manager bei Youtube, auf den Medientagen München. Briese, der zuständig ist für die Betreuung derjenigen, mit denen Youtube Partnerschaften zur Erstellung von Bewegtbild unterhält, verwehrt sich gegen den Vorwurf, dass die Plattform mit dem angekündigten Launch weiterer 60 Original Channels, die extra für und mit finanzieller Unterstützung von Youtube produziert werden, stärker in das klassische Geschäft der TV-Unternehmen vorwagt.

Für Marc Schröder, Geschäftsleiter RTL Interactive bei der Mediengruppe RTL Deutschland, steht die bisherige Definition als Plattform klar in Frage: Fernsehen konkurriere um die Aufmerksamkeit der Nutzer, finanziere sich über Werbung und biete einen finanziellen Anreiz für Produzenten. "Youtube erfüllt diese drei Elemente", sagte er. Briese kontert: "Wir üben im Gegensatz zu den Sendern keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalteanbieter aus."

Youtube, der mit Abstand größte Anbieter von Bewegtbildinhalten in Deutschland, will mit den professionell produzierten Kanälen vor allem seine Position im Werbemarkt verbessern. Die Werbungtreibenden scheuen die Schaltung von Spots in nutzergenerierten Filmchen und streben in die professionellen TV-Inhalte, die sie bei den Konkurrenten von Pro Sieben Sat 1 und RTL finden. Der Werbemarkt mit Bewegtbild wächst derzeit jedoch im hoch zweistelligen Bereich und zieht damit Anbieter jeder Couleur an.

Briese glaubt, dass von dieser Entwicklung perspektivisch alle Beteiligten profitieren werden – Sender, Produzenten und Youtube. "Das kurbelt ein Ökosystem an, bei dem auch die TV-Sender gewinnen." pap
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