York von Heimburg: Verlage haben genügend Journalisten – aber zu wenig Techniker

Donnerstag, 02. Februar 2012
Spricht Klartext: IDG-Chef York von Heimburg
Spricht Klartext: IDG-Chef York von Heimburg


Damit macht sich York von Heimburg sicherlich nicht nur Freunde. Der Vorstand des auf IT-Themen spezialisierten Fach- und Special-Interest-Verlages IDG Communications Media („Computerwoche", „PC Welt") kann über die Branche nur den Kopf schütteln: „Manche Kollegen in anderen Verlagen bereiten sich offenbar schon jetzt sehnsuchtsvoll auf die Nach-Digital-Ära vor - obwohl die digitale Revolution doch gerade erst angefangen hat!" Viele Häuser übersehen die Geschäftschancen im Internet und verkennen dabei die Bedeutung von Technologie, meint von Heimburg.
Das klingt noch halbwegs konsensfähig, seine Schlussfolgerung jedoch kaum. Ein Verlag, der heute zehn neue Stellen schafft, sollte mindestens die Hälfte davon mit Technikern besetzen, so der IDG-Chef: Web- und Mobile-Entwickler, Programmierer, SEO-Spezialisten. Außerdem Digital-Werbeverkäufer und Kreative, etwa Screen-Designer. Redakteure? Nennt er nicht. Nur soviel: „Das schnelle Auffinden der Inhalte ist ja im Interesse der Journalisten."

„Die Verlage reden seit Jahren über ihre Inhalte. Davon gibt es längst mehr als genug, und dazu ist von jedem auch schon alles gesagt worden", wettert von Heimburg. Natürlich seien die Inhalte das Entscheidende, doch „die Defizite liegen eindeutig auf der Technologie-Seite", stellt er fest: „Die Verlage müssen erkennen, dass das Wissen um die neuen Technologien und deren effizienter Einsatz die entscheidenden Schlüssel zur erfolgreichen Transformation der redaktionellen Inhalte in neue Geschäftsmodelle in der digitalen Welt sind." rp

Aber ist wirklich Technik der Faktor, mit dem sich Verlage differenzieren und Wettbewerbsvorteile programmieren können? Darüber - und über von Heimburgs indirekte Kritik an den Verlegerklagen über und gegen Google und Co - lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 5/2012, die am Donnerstag, 2. Februar erscheint.
Meist gelesen
stats