Yahoo im Sturzflug: CEO Tim Koogle tritt nach Gewinnwarnung zurück

Donnerstag, 08. März 2001

Die Führungskrise bei Yahoo spitzt sich zu. Nach den Rücktritten von Kanada-Geschäftsführer Mark Rubinstein, und Europa-Chefin Fabiola Arredondo hat nun auch Tim Koogle, CEO des Internetportals, seinen Rücktritt angekündigt. Anfang des Jahres hatten bereits Savio Chow, Leiter des Asiengeschäfts und Jin Youm, Chef von Yahoo Südkorea, dem Unternehmen den Rücken gekehrt. Wie das Unternehmen in einer Aussendung mitteilt, will Koogle seinen Chefposten räumen, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Zuvor hatte der Internetanbieter die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr drastisch nach unten revidiert.

Für das erste Quartal 2001 erwartet Yahoo einen Umsatz von 170 bis 180 Millionen US-Dollar und damit rund 50 Millionen US-Dollar weniger als ursprünglich geplant. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte Yahoo noch 230,8 Millionen US-Dollar umgesetzt. Die endgültigen Zahlen für das erste Quartal 2001 will Yahoo am 11. April 2001 vorlegen. Yahoo begründet den Negativtrend mit der schwachen Marktsituation für Internetunternehmen. Insbesondere die rückläufigen Werbeumsätze seien für die Misere verantwortlich. Der Handel mit der Yahoo-Aktie war nach Bekanntgabe der Umsatz- und Gewinnwarnung an der US-amerikanischen Technologiebörse Nasdaq ausgesetzt worden. Der Wert des Papiers war seit Januar 2000 um 91 Prozent auf 21 Dollar gefallen.

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