Yahoo greift mit neuem Werbesystem nach der Marktführerschaft

Donnerstag, 25. September 2008
Yahoo greift Googles Vormachtstellung an
Yahoo greift Googles Vormachtstellung an

Yahoo greift den Werbegiganten Google mit einem neuen Vermarktungssystem an. Der Online-Service kommt mit dem wenig spektakulären Namen APT daher, soll nach den Worten von Yahoo-Chef Jerry Yang die Kosten und die Komplexität von Onlinewerbung aber in geradezu "revolutionärer" Art und Weise reduzieren. So sollen Online-Anbieter Anzeigen auf ihren Websites deutlich zielgenauer und damit teurer vermarkten können. Mit dem System, das 2009 auch außerhalb der USA eingeführt wird, will Yahoo im wachsenden Geschäft mit Display-Ads, also grafischen Internet-Anzeigen, Boden gut machen. Ziel ist es, zunächst in den 9,5 Milliarden Dollar schweren lokalen US-Online-Werbemarkt vorzustoßen.

"Einer der Vorteile von APT ist die Tatsache, dass es ein offenes System ist. Werbetreibende können damit ihre Zielgruppen auf deren Lieblings-Websites erreichen, Agenturen ihren Content für einen größtmöglichen Zugang bereitstellen", sagt Yahoo-Präsidentin Sue Decker.

Neben der Vorstellung von APT sorgt Yahoo auch mit Gerüchten über eine mögliche Fusion mit dem Online-Portal AOL für Schlagzeilen. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge hat der neue Aufsichtsrat von Yahoo Gesprächen mit dem Medienkonzern Time Warner zugestimmt. Bereits vor der drohenden Übernahme Yahoos durch Microsoft im Februar war darüber verhandelt worden. Die Übernahme war geplatzt, die Entscheidung der Yahoo-Spitze gegen die Angebote Microsofts wurde von einigen Großaktionären kritisiert. So befürchtet der US-Investor Carl Icahn weiterhin, dass Google sowohl Yahoo als auch Microsoft zerschlagen könnte, und fordert daher eine gemeinsame Unternehmung. HOR
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