Yahoo bekräftigt Interesse an Bundesliga-Rechten

Montag, 05. Dezember 2011
Yahoos Deutschland-Chef Heiko Genzlinger
Yahoos Deutschland-Chef Heiko Genzlinger

Yahoo buhlt weiterhin um die Bundesliga-Rechte: Das Internet-Unternehmen sei nach wie vor an einer Highlight-Berichterstattung im Web interessiert, wie der neue Deutschland-Chef Heiko Genzlinger im Interview mit der "Wirtschaftswoche" bekräftigte. Yahoo bringt sich demnach bereits für zwei denkbare Szenarien in Stellung: Das erste dreht sich um eine Zweitverwertung der Highlightrechte im Web - also nach einer TV-Übertragung wie beispielsweise derzeit in der ARD-"Sportschau". Das zweite Szenario hingegen sieht vor, dass die Highlights bereits um 19 Uhr und vor den ersten Free-TV-Bildern gezeigt werden könnten. "Wir werden für beides ein Angebot abgeben", kündigt Genzlinger an. Wie die Pakete wirklich ausgestaltet sind, wird sich allerdings erst in einigen Wochen zeigen, wenn die Deutsche Fußball Liga (DFL) sie präsentiert.

Ob der Internet-Riese im Bieterspoker auch Erfolg haben wird, ist zweifelhaft - zumindest was die Highlight-Erstverwertung betrifft. Die ARD wird alles daran setzen, die "Sportschau" in ihrer jetzigen Form am Leben zu halten. Wollte Yahoo die Bundesliga-Highlights zuerst im Web zeigen, müsste ein entsprechendes Angebot dem der ARD mindestens ebenbürtig sein - schließlich möchte auch die DFL als Rechteanbieter finanziell profitieren. Wie viel Yahoo wirklich auf den Tisch legen wird, verrät Genzlinger indes nicht. "Ich kann natürlich nur sagen, dass wir uns sehr gut vorbereitet haben." Sollte Yahoo im Bieterstreit erfolgreich sein, kämen auf die Nutzer des Angebots keine Kosten zu, unterstreicht Genzlinger. "All unsere Produkte sind kostenlos, das gilt auch für die Bundesliga. Wir setzen als Online-Vermarkter auf Werbung und Sponsoring."

Ein Kampf gegen Windmühlen also? Auf den 17. Deutschen Sponsoringtagen zeigte sich Genzlinger selbst nicht sicher, ob die Bestrebungen seines Konzerns aussichtsreich sind. Andererseits: Yahoo stellt sich derzeit für den Kampf gegen Facebook und Google auf. Unter anderem ging das Unternehmen eine Vermarktungs-Allianz mit Microsoft und AOL ein. Der Wettlauf um die Bundesliga-Rechte könnte für Yahoo also eine Masche sein, um - zumindest im deutschen Sprachraum - als ernstzunehmender Web-Player wahrgenommen zu werden. Genzlinger jedenfalls sieht sein Unternehmen für die nähere Zukunft gut aufgestellt: "In der Presse dominieren zwar Facebook und Google. Aber in ein zwei Jahren wird man über Yahoo wieder anders denken und sprechen." ire
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