Yahoo-Klage: Facebook fürchtet "massive Auswirkungen"

Mittwoch, 28. März 2012
Am Facebook-Firmensitz im kalifornischen Palo Alto geht die Angst um
Am Facebook-Firmensitz im kalifornischen Palo Alto geht die Angst um


Die Patentklage, die Yahoo vor gut zwei Wochen gegen Facebook anstrengte, könnte das soziale Netzwerk teuer zu stehen kommen. Gegenüber der amerikanischen Wertpapieraufsichtsbehörde SEC räumte Facebook laut "Handelsblatt" ein, dass das Verfahren mit Yahoo "massive Auswirkungen auf das Geschäftsmodell, die finanzielle Situation und das Ergebnis" haben könnte. Insgesamt sieht Yahoo zehn seiner Patente durch Facebook verletzt, darunter der Newsstream, zahlreiche Werbeformen und das damit verbundene Abrechnungssystem. Mit nachträglichen Gebührenzahlungen seitens Facebook sei es jedoch nicht getan: Wegen vorsätzlicher Patentverletzung fordert Yahoo Schadenersatz in ungenannter Höhe sowie Unterlassung - was einer Schließung weiter Teile von Facebook gleich käme. Die Beklagten erklärten laut "HB" gegenüber der SEC, "sich mit aller Konsequenz gegen die Anwürfe zur Wehr setzen" zu wollen.

Die Klage kommt für Facebook zur denkbar schlechtesten Zeit: Das Unternehmen bereitet derzeit seinen Börsengang vor, kolportiert wird ein Gesamtwert von bis zu 100 Milliarden Dollar. Um den Aktionären Gewissheit zu geben, dürfte Facebook deshalb an einer schnellen und möglichst gütlichen Einigung mit Yahoo interessiert sein.

Und CEO Mark Zuckerberg sorgt vor: Das "Handelsblatt" meldet, dass Facebook unbestätigten Berichten zufolge vor wenigen Tagen 750 Patente von IBM gekauft habe - mutmaßlich, um sich vor kommenden Patentklagen zu schützen. Ein Rechtespezialist der Investmentfirma MDB Group schätzt den Deal auf "hunderte Millionen Dollar". ire
Meist gelesen
stats