Yahoo: Internet-Konzern will an die Nutzer denken

Donnerstag, 12. April 2012
Yahoo stellt sich neu auf
Yahoo stellt sich neu auf

Seit langem taumelt Internet-Pionier Yahoo ohne erkennbare Strategie durchs digitale Zeitalter. Der neue CEO Scott Thompson schwört die Mitarbeiter auf neue Strukuren und neue Denke ein. „Bürokratie und Barrieren abbauen", „Innovationen hervorbringen": Mit dramatischen Worten kämpft Yahoo-Chef Thompson in einer öffentlich gewordenen E-Mail an seine Mitarbeiter für seinen Restrukturierungsplan. „Was wir machen", schreibt der ehemalige Paypal-Chef, „machen wir für unsere Kunden, nicht für uns."

Der schleichende Niedergang des einstigen Internet- und New-Economy-Stars führt drastisch vor Augen, wie schnell im digitalen Zeitalter aus einstigen Stars müde Mitläufer werden. Während Google und Facebook - mit dem Social Network führt Yahoo derzeit einen Patentstreit aus - bei Konsumenten wie Werbekunden reüssieren, droht Yahoo die Luft auszugehen. Daniel Loeb, Chef des größten Yahoo-Einzelaktionärs Third Point, mosert öffentlich über den langsamen Umbau des Unternehmens. CEO  Thompson hat in jedem Fall erkannt, was Sache ist: Schnell muss es gehen.

Ab 1. Mai wird der Konzern in drei Geschäftsbereiche gegliedert. Suche, die Nachrichtenseiten und E-Mail sind künftig der Verbraucherbereich. Werbung wird in drei Regionen eingeteilt ( Amerika; Europa, Afrika, Mittlerer Osten; sowie Asien und Pazifik). Drittes Standbein ist der Technologiebereich. Höchste Priorität, so Thompson, sei es, in den drei Kernbereichen von Yahoo zuzulegen und  „tolle Nutzererlebnisse" zu kreieren. Ob die neue Struktur hilft? In jedem Fall ist die Reorganisation auch mit Personalabbau verbunden - 2000 der insgesamt 14.000 Mitarbeiter müssen den Hut nehmen, berichtet Heise Online: Der Neuanfang bei Yahoo ist mit schmerzlichen Einschnitten verbunden.vs
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