X Factor vs. Popstars: Das Duell der Castingshows

Donnerstag, 19. August 2010
Die etablierte Castingshow "Popstars" ...
Die etablierte Castingshow "Popstars" ...

Heute Abend startet ein Duell der besonderen Art: Während bei Pro Sieben das Erfolgsformat "Popstars" bereits ins zehnte Jahr geht, betritt Vox mit der Castingshow "X Factor" Neuland. Die Erfolgsaussichten für den Herausforderer sind dennoch nicht schlecht. Pro Sieben setzt bei der neunten Staffel seiner Castingshow "Popstars" auf eine neue Jury und ausschließlich weibliche Kandidaten. Neben Popstars-Urgestein Detlef D. Soost wird die Jury durch die Sängerin Marta Jandova und den Musikmanager und ehemaligen DSDS-Juror Thomas M. Stein ergänzt. Vor allem die Verpflichtung von Stein könnte sich als kluger Schachzug erweisen: Während die Jury-Kollegen von "Pop-Titan" Dieter Bohlen bei "Deutschland sucht den Superstar" immer mehr zum schmückenden Beiwerk degradiert wurden, zieht mit Stein bei "Popstars" wieder ein gestandener Experte in die Jury ein. Dazu kommt, dass Stein dem Publikum aus seiner Zeit bei DSDS noch gut bekannt ist. Mit der Beschränkung auf weibliche Kandidaten besinnt sich Pro Sieben zudem auf das Erfolgskonzept vergangener Tage: "Ob die No Angels, Monrose oder Queensberry - Girlbands waren bei Popstars immer am erfolgreichsten, deshalb erzählen wir diese Geschichte jetzt weiter", sagt Jury-Mitglied Soost.

Eine Blutauffrischung dürfte dem Format durchaus gut tun: Die letzte Staffel lag mit durchschnittlich 15 Prozent Marktanteil zwar über dem Senderschnitt, blieb aber deutlich hinter den Ausgaben der vergangenen Jahre zurück. Heute Abend wird sich zeigen, ob "Popstars" seine beste Zeit bereits hinter sich hat oder noch einmal an alte Erfolge anknüpfen kann.

... und der Herausforderer "X Factor"
... und der Herausforderer "X Factor"
In Köln dürfte kurz vor dem Start von "X Factor" am Freitag die Nervosität ebenfalls groß sein. Für Vox hängt viel von dem neuen Showformat ab, betritt der Sender damit doch programmlich Neuland. Vox hat sich zwar ein Stück weit von den direkten Konkurrenten RTL 2 und Kabel Eins abgesetzt, der Marktanteil stagniert jedoch seit längerer Zeit bei knapp 8 Prozent. Zündet das neue Format, könnte sich der frauenaffine Koch- und Krimisender neue Publikumskreise erschließen und sich damit eine neue Wachstumsperspektive eröffnen. Wie wichtig "X Factor" für Vox ist, beweist auch die ungewöhnliche Programmierung zum Auftakt. Um das Format zum Fliegen zu bringen, wirft die große Schwester RTL ihr enormes Potenzial im Zuschauermarkt in die Waagschaale: Die ersten beiden Folgen laufen am Freitag und Samstag zur besten Sendezeit bei RTL. Ab kommender Woche ist "X Factor" dann jeden Dienstag um 20.15 Uhr bei Vox zu sehen. Ob das Konzept aufgeht, bleibt abzuwarten.

Die Chancen stehen indes nicht schlecht: Die Jury ist mit Sängerin Sarah Connor, Trompeter Till Brönner und Musikproduzent George Glueck kompetent und sympathisch besetzt, das Konzept - die Jury wird zu Mentoren der Kandidaten und konkurriert damit untereinander - verspricht einen frischen und spannenden Ansatz. Mit dem Schaupieler Jochen Schropp setzt Vox zudem auf einen unverbrauchten Moderator, der allerdings auch noch weitgehend unbekannt ist.

Das direkte Duell wagen Pro Sieben und Vox natürlich nicht: "X Factor" läuft jeweils dienstags, "Popstars" geht immer donnerstags auf Sendung. Ab kommender Woche wird sich zeigen, ob im deutschen Fernsehen Platz ist für zwei parallel laufende Castingshows. dh
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