Wunderloop meldet Insolvenz an

Dienstag, 20. April 2010
Wunderloop-Chef Torsten Ahlers
Wunderloop-Chef Torsten Ahlers

Der Targeting-Spezialist Wunderloop in Hamburg hat vor wenigen Stunden überraschend Insolvenz angemeldet. Der Grund: Alte und neue Investoren haben sich nicht auf eine Zwischenfinanzierung einigen können. Dies erklärt der Vorstandsvorsitzende Torsten Ahlers gegenüber HORIZONT.NET. "Wir werden die Geschäfte in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter in den nächsten drei Monaten weiter betreiben. Auch das Management bleibt vollständig an Bord", sagt der Manager. Ahlers hofft, in dieser Zeit einen strategischen Investor zu finden.
Noch zu Jahresbeginn war Ahlers optimistisch und verkündete seine Pläne, im 1. Quartal 2011 scharze Zahlen zu schreiben. Zudem hat im vergangenen Herbst der Online-Vermarkter United Internet Media (UIM) angekündigt, sich an Wunderloop zu beteiligen. Auch die Deutsche Telekom hat über ihre Tochter T-Venture nach Angaben von Ahlers Interesse bekundet. Der Knackpunkt: Bis diese Deals vom Bundeskartellamt abgesegnet sind, wollen die Alt-Investoren Michael Keindl, Klaus Hommels und die Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmann nicht mehr die nötige Finanzierung von rund einer Million Euro leisten. Möglicherweise war Wunderloop für ihren Geschmack inzwischen zu üppig aufgestellt, wie Unternehmenskenner munkeln.

Die Meldung sorgt dennoch in der Branche für Verwunderung, denn eigentlich befand sich Wunderloop auf einem sehr guten Weg. In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen mit zahlreichen Meldungen für Aufsehen gesorgt. So hat sich das Targeting-Joint-Venture Ad Audience für den Technik-Lieferanten entschieden. Zudem plante Ahlers eine internationale Expansion. Als Neukunden soll der Manager erst kürzlich Telecom Italia und Orange in Frankreich gewonnen haben. Ein Vertrag mit der Mediaagentur Group M in den Niederlanden stehe kurz vor der Unterzeichnung.

Ahlers ist zuversichtlich, dass sich in den nächsten Monaten ein strategischer Investor findet. UIM und die Deutsche Telekom sollen weiterhin interessiert sein. Möglich wäre aber auch, dass ein US-Unternehmen allein die Technik übernimmt. Laut Ahlers soll es bereits zwei potenzielle Käufer geben. bn 
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