Wulffs Mailbox-Nachricht bei Diekmann findet Eingang in die Kunst

Freitag, 07. Dezember 2012
Die Cicero-Homepage mit einem der Wulff-Gemälde von Wedels
Die Cicero-Homepage mit einem der Wulff-Gemälde von Wedels

Es ist wohl eine der sagenumwittertsten Botschaften der vergangenen zwölf Monate: Die Wutrede, die Ex-Bundespräsident Christian Wulff vor gut einem Jahr auf der Mailbox von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann hinterließ. Bislang ist der Wortlaut der Nachricht nur häppchenweise an die Öffentlichkeit gelangt, der Künstler Clemens von Wedel machte sich nun daran, das zu ändern. Der Berliner entwarf auf sechs großen Leinwänden ein Mosaik aus Versatzstücken der gesamten Aufnahme. Für den Betrachter wird es dadurch allerdings nicht gerade leicht, die Worte in die korrekte Reihenfolge zu bringen. Dieser anspruchsvolle Zugang zur Affäre Wullff war für von Wedel aber wohl der einzige Weg, um sich der Sache angemessen widmen zu können, wie der Künstler im Gespräch mit "Cicero" erklärt: "Je subjektiver ich die Dinge in meiner Kunst angehe, desto näher komme ich ihnen, desto tiefer kann ich gehen."

Am 12. Dezember wird der Gemälde-Zyklus in Bazon Brocks "Denkerei" am Berliner Oranienplatz erstmals öffentlich gezeigt. Zudem erscheinen die Bilder am 20. Dezember in der Januar-Ausgabe von "Cicero". Bleibt nur noch die Frage, wie von Wedel denn an den Wortlaut der Nachricht gekommen ist. Die Antwort des Künstlers: "Ich stehe Kai Diekmann nahe, und ich glaube, mehr muss man dazu nicht sagen." ire
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