Wulff-Klage: Google will hart bleiben / Günther Jauch gibt klein bei

Montag, 10. September 2012
Günther Jauch: Kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit Bettina Wulff
Günther Jauch: Kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit Bettina Wulff

Bettina Wulff hat mit ihrer Klage vor dem Hamburger Landgericht einen ersten Erfolg erzielt. TV-Moderator Günther Jauch hat sich dazu verpflichtet, die Gerüchte um die angebliche Rotlicht-Vergangenheit der ehemaligen Präsidentengattin nicht weiterzuverbreiten. Bei Google beißt Wulff dagegen auf Granit. Wie ein Sprecher gegenüber HORIZONT.NET erklärt, wird der Konzern nicht auf die Forderungen Wulffs eingehen. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Bettina Wulff eine Klage gegen Günther Jauch und Google eingereicht hat. Google muss sich vor Gericht verantworten, weil Nutzer der Suchfunktion bei Eingabe des Namens "Bettina Wulff" von der Autocomplete-Funktion des Online-Riesen Begriffe wie "Prostituierte" oder "Escort" vorgeschlagen bekommen.

Günther Jauch wirft die ehemalige First Lady vor, maßgeblich zur Verbreitung der Spekulationen um ihr früheres Leben beigetragen zu haben. Der prominente TV-Moderator hatte im Dezember in einer Talkshow die "Berliner Zeitung" zitiert. Diese wiederum hatte über Gerüchte berichtet, nach denen die Bild-Zeitung "mit einer Geschichte über das frühere Leben Bettina Wulffs aufwarten" könne. Wie der "Spiegel" berichtet, hat Jauch bereits wenige Stunden nach Zustellung einer Klage wegen "Unterlassung falscher Tatsachenbehauptungen" per E-Mail mitteilen lassen, dass er den Unterlassungsanspruch von Wulff anerkenne und kein Interesse an einer juristischen Auseinandersetzung mit Bettina Wulff habe.

Bei Google liegen die Dinge etwas anders. “Die bei der der Google Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegeln die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider", erklärt Kay Oberbeck, Unternehmenssprecher Google Nord-Europa gegenüber HORIZONT.NET. Bei den angezeigten Begriffe handele es sich um das algorithmisch erzeugte Resultat mehrerer objektiver Faktoren, inklusive der Popularität der eingegebenen Suchbegriffe. Das Unternehmen sieht daher keinen Handlungsbedarf. "Google schlägt diese Begriffe nicht selbst vor - sämtliche in Autovervollständigung angezeigten Begriffe wurden zuvor von Google-Nutzern eingegeben", erklärt Oberbeck.

Selbst wenn Wulffs Klage gegen Google scheitern sollte: Von dem Rummel um ihre Person dürfte sie auf alle Fälle profitieren -  jedenfalls als Buchautorin. Grund: Die eigentlich für November angekündigte Biografie "Jenseits des Protokolls" wurde wie von Zauberhand bereits am Samstag an die Bahnhofsbuchhandlungen ausgeliefert - und dürfte angesichts der öffentlichen Debatte reißenden Absatz finden. mas
Meist gelesen
stats