Würtenberger-Interview: "Wir sind näher an den Themen dran"

Donnerstag, 02. August 2001
-
-

Managing Director Peter Würtenberger über die künftige Positionierung von Bild.de.


HORIZONT: Herr Würtenberger, auch im Hause Springer muss kräftig gespart werden. Steht nun der geplante weitere Ausbau von Bild.de auf der Kippe?

Peter Würtenberger: Der gerade relaunchte Auftritt von Bild.de ist nur ein erster Schritt hin zu dem Endprodukt, das wir mit T-Online realisieren werden. Im Axel-Springer-Verlag steht eine Kürzung der Investitionen nicht zur Debatte.


HORIZONT: Was unterscheidet denn Bild.de von anderen Webangeboten des Verlages?

Würtenberger: Wichtig sind die Effekte, die wir durch die Verbindung von "Bild"-Zeitung, Webauftritt und T-Online erzielen. Zum einen werden wir Leser der Zeitung zu Nutzern von Bild.de machen. Diese Nutzer werden wir wiederum als Kunden für E-Commerce-Angebote und weitere Dienste gewinnen. Und wenn das Joint Venture mit T-Online live geht, wird auch unser Kooperationspartner von dieser Konstellation profitieren.


HORIZONT: Dennoch sind die laufenden und geplanten Kosten für das Projekt kein Pappenstiel. Wie soll das Geld wieder reinkommen?

Würtenberger: Derzeit erzielen wir Einnahmen durch Onlinewerbung, Sponsoring und E-Commerce. Im Herbst werden Erlöse aus der Vermarktung der Printbeilage hinzukommen, mit der wir die "Bild"-Leser wöchentlich über aktuelle Angabote im Netz informieren wollen. Ab 2002 sind auch kostenpflichtige Angebote geplant.


HORIZONT: Wie wird sich Bild.de in Abgrenzung zu anderen General-Interest-Portalen positionieren?

Würtenberger: Durch die Allianz mit "Bild" haben wir einen Vorteil: Wir sind näher an den Themen dran. Das steht für die Marke Bild. Auch die Möglichkeit, dass User mit Promis chatten können, wird bei uns eher gegeben sein, als bei anderen Anbietern.

Interview: Marco Saal
Meist gelesen
stats