Workshops mit Wein: "Beef" vermarktet die Kreativität seiner Leser

Mittwoch, 19. Juni 2013
Das Kochmagazin für Männer expandiert
Das Kochmagazin für Männer expandiert

In den Topf geschaut: Gruner + Jahrs Männer-Foodmagazin "Beef" vermarktet die Zeit und die Ideen seiner Leser - und die scheinen es zu mögen. Konkret: Unter dem Titel "Beef Creationary" veranstaltet Chefredakteur Jan Spielhagen Workshops für Werbekunden. In deren Auftrag entwickeln die Leser Produkt- oder Vermarktungsideen. Spielhagen versteht dies als "Line-Extension der Marke ,Beef' jenseits von Print, Digital und Merchandising". Und das funktioniert so: Küchengerätehersteller, Lebensmittelproduzenten und andere Unternehmen können sich an Spielhagen wenden und ihr Anliegen formulieren, zum Beispiel ein Vertriebsmodell entwickeln (wie bald im August der erste Workshop) oder ein Design für ein Premium-Bier (wie später im Herbst in der zweiten "Beef Creationary"). Außerdem bestimmen sie die Größe und die Zusammensetzung der Lesergruppe.

Spielhagen spricht dann gezielt Leser an - etwa die, die ihm durch Leserbriefe aufgefallen sind - und fragt, ob sie teilnehmen möchten. Er verspricht "einen aufregenden Tag, gutes Essen und Wein sowie angeregtes Netzwerken". Geld gibt es nicht, nur die Reisekosten werden übernommen. Allerdings könnten die Probanden später am möglichen Markterfolg der entwickelten Ideen über eine Nachhonorierung beteiligt werden.

Die Workshops, die Spielhagen als "Erfinderwerkstatt" bezeichnet, sollen etwa zwei bis dreimal pro Jahr stattfinden und werden von ihm persönlich geleitet, unterstützt vom Ideenentwickler Karel J. Golta (Chef der Hamburger Agentur Indeed), Moderatoren und Designern. Mindestens 60.000 Euro muss ein Kunde für dieses Paket bezahlen, das entspricht etwa dem Bruttopreis von vier "Beef"-Anzeigenseiten.

Spielhagen wuchert bei dem neuen Vermarktungsangebot mit dem Pfund seiner Leserschaft: Nach eigenen Angaben "hoch kochaffine und konsumfreudige Männer", die eben auch bereit sind, für das sechsmal pro Jahr erscheinende "Beef" 9,80 Euro zu zahlen (verkaufte Auflage nach Verlagsangaben: 60.000 Stück). Aus diesem Kreis castet er gezielt Leser, die sich etwa über die Signatur ihrer Leserbriefe als Kreative oder Führungskräfte zu erkennen geben. rp
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