Wolfram Weimer bringt Satiremagazin "Pardon" zurück

Mittwoch, 25. Juli 2012
Wolfram Weimer (m.) mit den Chefredakteueren Peter Böhling (l.) und Daniel Häuser (r.)
Wolfram Weimer (m.) mit den Chefredakteueren Peter Böhling (l.) und Daniel Häuser (r.)


In diesem Jahr hätte das legendäre Satire-Magazin "Pardon" seinen 50. Geburtstag gefeiert. Ende des Jahres soll die Zeitschrift, für die früher literarische Größen wie Hans-Magnus Enzensberger, Günter Grass oder Martin Walser geschrieben haben, wieder an den Kiosk zurückkehren. Hinter dem Comeback steckt kein geringerer als Wolfram Weimer. Erscheinen wird die Neuauflage von "Pardon" in der Weimer Media Group des "Cicero"-Gründungsherausgebers und Ex-Welt- und Ex-Focus-Chefredakteurs Wolfram Weimer. Dieser hat sich laut Spiegel Online die Erlaubnis direkt beim "Pardon"-Gründer Hans A. Nikel in dessen Wohnort Bad Homburg abgeholt. "Die Zeit für ein anspruchsvolles Satiremagazin ist reif", sagt Weimer gegenüber SpOn. Kabarettisten wie Dieter Nuhr oder Eckart von Hirschhausen würden schließlich beweisen, dass man mit anspruchsvollem Witz Erfolg haben könne. Die Chefredaktion der neuen "Pardon" übernehmen Peter "Bulo" Böhling und Daniel Häuser, die seit 2006 das kleine, aber fein gemachte People-Magazin "Clap" für die Agentur- und Medienbranche herausgeben. Das Anzeigengeschäft übernimmt Katja von Wedel. Um den Vertrieb kümmert sich die G+J-Tochter DPV.

Wie früher will das Magazin auch jetzt wieder mit einer Vielzahl prominenter Gastautoren punkten. Zusagen hat sich Weimer bereits von Eckart von Hirschhausen, Hellmuth Karaseck und Harald Schmidt eingeholt.

Auch beim Redaktionssitz knüpft die neue "Pardon" an große Vorbilder an: Offizieller Sitz der Entwicklungsredaktion ist das Karikaturen-Museum Gulbransson am Tegernsee, wo früher die Redaktionssitzungen des legendären Satire-Magazins "Simplicissimus" stattfanden.

Die erste Ausgabe der neuen "Pardon" soll Ende November erscheinen, die Druckauflage wird bei 70.000 Exemplaren liegen. Verkäufe ab 20.000 Exemplaren seien "ganz okay" zitiert Spiegel Online Herausgeber Weimer, er hoffe aber auf mehr. Bei einem Erfolg könnte das Magazin wieder regelmäßig erscheinen.

"Pardon" wurde ursprünglich 1962 in Frankfurt am Main gegründet. Das Vorwort der ersten Ausgabe verfasste Erich Kästner, das erste Titelbild gestaltete Loriot. Publizisten und Literaten wie Alice Schwarzer, Günter Wallraff, Hans Magnus Enzensberger, Martin Walser und Günter Grass schrieben für das Magazin. 1982 erschien "Pardon" zum letzten Mal. Ein Comebackversuch 2004 scheiterte nach wenigen Ausgaben. dh
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