Wolfgang Fürstner: Product Placement ist "Schleichwerbung light"

Dienstag, 09. Juni 2009
"Das ist Schleichwerbung light": Wolfgang Fürstner
"Das ist Schleichwerbung light": Wolfgang Fürstner

Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ)  kritisiert die Umsetzung des 12. Rundfunkstaatsvertrags bei ARD und ZDF. Trotz der Löschung vieler Inhalte im Internet finde man noch "wichtige presseähnliche Elemente" in vielen Themenbereichen, mit denen man mühelos Online-Zeitschriften anbieten könne: "Ich bin noch nicht überzeugt", sagt Fürstner im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".  Auch die Ermöglichung von Product Placement bei fiktionalen TV-Formaten sieht der Verbandschef kritisch. Die vorgesehene Kennzeichnungspflicht sei völlig unzureichend: "Das ist Schleichwerbung light".

Im klassischen Anzeigengeschäft der Verlage rechnet Fürstner für 2009 mit einem Umsatzrückgang von fünf bis acht Prozent. Die Anzeigenkrise und die Herausforderungen durch die Digitalisierung seien "eine enorme Aufgabe für die klassischen Medien". Fürstner: "Wir sind in einer nie dagewesenen Situation. Verlage müssen neue Erlöswege finden und zugleich wegen der weltweiten ökonomischen Vorgaben weiter ihren Workflow verbessern, daran führt kein Weg vorbei. Das ist ein gewaltiger unternehmerischer Prozess."

Zugleich warnte Füsrtner davor, dem derzeit hohen Preisdruck nachzugeben: "Wenn wir unsere Qualitätsleistungen nur wegen der schwierigen Marktsituation unter Preis weggeben, verlieren unsere Marken an Bedeutung. Das ist für die langfristigen Erlöse ein hochgradig gefährlicher Prozess." dh
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