Wöchentliche Anlegertitel: Kampf um Soll und Haben

Donnerstag, 07. Februar 2002

"Börse Online" ist die Nummer 1, gefolgt von "Euro am Sonntag", "Focus-Money" und "Die Telebörse" - so lautet das Ranking der Marktumsätze der großen Anleger-Wochentitel 2001. Aufgrund eines technischen Versehens wurden in HORIZONT 6/02, die Marktumsatzzahlen falsch zugeordnet.

Nach einer Berechnung des Büros für Verlagsmanagement & Zeitschriftenmarketing Karl-Heinz Behrens steht an 1. Stelle mit einem Netto-Gesamtumsatz (Vertrieb + Anzeigen) von 37 983 200 Euro "Börse Online", Platz 2 im Ranking nimmt "Euro am Sonntag" mit 17 969 700 Euro ein, dicht gefolgt von "Focus-Money" mit 16 917 700. Auf Platz 4 liegt mit einem Gesamtumsatz von 11 843 900 Euro "Die Telebörse".



"2000 war für uns besser als prognostiziert, 2001 etwas schlechter. Damit sind wir in unserem Business-Plan." Eine durchaus positive Bilanz zieht Thorsten Ebertowski, Verlagsleiter von Focus Money, für den Newcomer aus dem Hause Burda - auch wenn Ebertowski im 1. Halbjahr 2002 "nicht mit wesentlichen Steigerungen der Werbeumsätze" rechnet. Noch ist "Focus-Money" für Burda ein Zuschussgeschäft. In drei Jahren will der Titel den Break-Even geschafft haben.

Die Situation von "Focus-Money" ist symptomatisch für Titel im Segment der wöchentlichen Anlegertitel. Gutes Geld verdient "Börse Online", obwohl der Titel im vergangenen Jahr "nur" 2150 Anzeigenseiten verzeichnete, 1750 Seiten weniger als im Superjahr 2000. Dennoch: Wirtschaftlich ist "Börse Online" unter den vier großen Wochentiteln der Anlegerpresse eine Klasse für sich. Denn nicht nur "Focus-Money", auch die "Telebörse" steht "unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten unter Druck". Dies hat der Verlagsberater Karl-Heinz Behrens im Rahmen einer Kostenanalyse festgestellt. Kein Grund für Hektik ist dies für Harald Müsse, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruupe Handelsblatt: "Wir haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass die Telebörse ein Investitionsobjekt ist, das erst nach einer gewissen Zeit seinen Deckungsbeitrag abwerfen wird."

Auch Frank-B. Werner, Chefredakteur von "Euro am Sonntag", blickt gelassen in die nahe Zukunft: "Die anziehende Konjunktur und der Börsenaufschwung werden das Anzeigengeschäft beleben."

Laut Behrens' Hochrechnung liegen die Personal- und Produktionskosten zwischen 13,5 und 17,5 Millionen Euro je Titel. Für "Die Telebörse" ergibt sich danach ein negativer Deckungsbeitrag von 1,5 Millionen Euro, bei "Focus-Money" dagegen von etwas unter einer Million Euro. Anteilige Managementkosten und Marketingausgaben sind dabei nicht berücksichtigt.
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