Woche der Fachpresse: Fachmedien sollen Flagge zeigen

Mittwoch, 05. Mai 1999

Über 500 Teilnehmer widmen sich heute und morgen auf der Woche der Fachpresse in Wiesbaden zentralen Fragen, denen sich die "Fachkommunikation auf dem Weg ins nächste Jahrtausend" augenblicklich gegenübersieht. Globale Vernetzung, Media-Marketing und Electronic Publishing sind dabei die Eckpunkte des Koordinatensystems, in dem Fachzeitungen und -zeitschriften ihre verlegerischen Konzepte realisieren. Einen wesentlichen Schritt hat die Branche dabei nach den Worten ihres Fachverbandssprechers Klaus Kottmeier vollzogen, indem sie mit der Empfängerdatei-Analyse (EDA) und der Reichweitenkonvention zwei zentrale Instrumente für mehr Transparenz auf den Weg bringen konnte. Die Chancen, Risiken und Bedingungen für eine Internationalisierung von Fachzeitschriften-Verlagen erläuterte am ersten Tag des Kongresses Deutsche Fachpresse Dr. Jürgen Richter, Leiter des Bereichs Bertelsmann Fachinformation, der die Wachstumspotentiale auf der Basis einer umfassenden statistischen Analyse des internationalen Marktgeschehens aufzeigte. Sein Fazit: Durch Internationalisierung Synergien stärken, wobei nicht nur der monetäre Blickwinkel ausschlaggebend sein sollte. Gleichwohl verspreche eine internationale Ausweitung des Verlagsengagements nicht selten ein zweistelliges Umsatzwachstum. Hubertus von Lobenstein Geschäftsführer von Saatchi & Saatchi, Frankfurt, forderte in seinem Beitrag die Fachzeitschriften nachdrücklich dazu auf, gegenüber den Mitbewerbern, den Interaktiv-Medien, dem TV sowie den Publikumszeitschriften und Tageszeitungen Flagge zu zeigen. Auch sollte noch stärker an der Markenbildung, dem Markenmehrwert und dem Markenauftritt des jeweiligen Mediums gearbeitet werden: "Grenzen Sie sich als Branche und als Einzeltitel von der Branche ab." Roland Ulmer, Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, erläuterte zuvor vor allem aktuelle juristische Fragestellungen, mit denen sich die Verlage derzeit im Bereich elektronischer Verwertungsketten und laufender Gesetzgebungsverfahren zum Thema Scheinselbständigkeit und 630-Mark-Jobs konfrontiert sehen. Auch er rief unter anderem die Branche zu einem stärkeren Verlagsmarketing auf.
Meist gelesen
stats